Wassenberg/Erkelenz: Weg mit Stufen und anderen Stolperfallen!

Wassenberg/Erkelenz : Weg mit Stufen und anderen Stolperfallen!

Auf ihrer Tour „Nordrhein-Westfalen ohne Barrieren” machte die Landesbehindertenbeauftragte Angelika Gemkow im Kreis Heinsberg Halt und besuchte drei Wohnprojekte mit besonderem Vorbildcharakter.

An der Erkelenzer Lebenshilfe, ihrer ersten Station im Kreis, faszinierte sie, dass die Menschen dort mitten in der Stadt wohnen und es ein Café gibt, in dem behinderte Menschen arbeiten. „Ich fordere immer, dass Menschen mit Einschränkungen aufgrund des Alters oder aufgrund einer geistigen oder körperlichen Behinderung oder Erkrankung mittendrin wohnen und leben sollen. Das wird in Erkelenz prima vorgemacht”, freute sich Angelika Gemkow.

In Wassenberg besuchte sie gemeinsam mit der Sozialdezernentin des Kreises Heinsberg, Liesel Machat, die Wohnanlage Alten- und Pflegeheim „Am Waldrand” und den brandneuen Seniorenpark „In der den Auen”, wo sie von Wassenbergs Bürgermeister Manfred Winkens begrüßt wurde.

In den folgenden Ausführungen über Motivation und Ziele ihrer Tour „Nordrhein-Westfalen ohne Barrieren” zeigte sich Angelika Gemkow gewohnt kämpferisch und energisch: „Wir stehen vor dem Jahrzehnt der Rollatoren. Schon heute bauen wir mehr Rollatoren als Kinderfahrräder. Wir brauchen daher menschengerechte Wohnungen und den Abbau von baulichen Barrieren in unseren Wohnungen. Abbau von Barrieren heißt: Weg mit Stufen, Treppen, Stolperfallen und weniger Schwellen. Hinkommen, reinkommen und sich bewegen können - das ist Lebensqualität für alle Menschen. Ich will mehr Taten sehen. Barrierefreiheit ist mein Thema. Da lasse ich nicht locker. Die Wohnprojekte hier im Kreis Heinsberg sind lobenswerte Beispiele für ein barrierefreies Wohnumfeld”.

Das Projekt des Seniorenwohnparks „In den Auen” fand sie insbesondere wegen seines modularen Baukaustenprinzips, mit dem jede Wohneinheit nach Bedürfnissen und Wünschen der Mieter oder Besitzer errichtet werde, interessant. Und das Thema „Betreutes Wohnen” nimmt man dort ganz besonders ernst: Seit Januar 2010 darf sich dieser Park als erste mit dem „Qualitätssiegel Betreutes Wohnen” zertifizierte Wohnanlage im Kreis Heinsberg bezeichnen.

Vorbilder wolle sie zeigen, Beispiele, wie man bauliche Hürden vermeiden und mehr Lebensqualität und Sicherheit schaffen kann. Die drei an diesem Tag besichtigten Anlagen seien solche Vorbilder, doch es seien überall und auch im Kreis Heinsberg noch viele Aufgaben zu erledigen. Hier leben 20.592 Menschen mit einer Behinderung, 13.225 sind über 60 Jahre. Das hatte die Landesbehindertenbeauftragte extra durch die hiesige Sozialdezernentin recherchieren lassen.