Kreis Heinsberg: Weg frei für Verpachtung der West-Energiesparte

Kreis Heinsberg : Weg frei für Verpachtung der West-Energiesparte

Im nichtöffentlichen Teil seiner Sitzung hat der Kreistag am Donnerstagabend mehrheitlich - bei vier Gegenstimmen von den Grünen und einer Enthaltung von der NPD - der Neuausrichtung der Kooperation zwischen NVV und West zugestimmt.

Dies bestätigte die Pressestelle des Kreises am Freitag auf Anfrage.

Damit - und nach den bereits gefassten zustimmenden Beschlüssen in Erkelenz, Übach-Palenberg, Wassenberg, Wegberg, Selfkant und Waldfeucht sowie Niederkrüchten - ist die 75-Prozent-Mehrheit in der am kommenden Donnerstag tagenden Gesellschafterversammlung der Kreiswerke Heinsberg (zu 50,25 dem Kreis gehörend) sicher.

In Heinsberg, Hückelhoven und Gangelt stehen die Abstimmungen erst in der kommenden Woche auf der Tagesordnung. In Geilenkirchen hatte es nach einem Abstimmungspatt im Stadtrat kein Votum für die Pläne gegeben.

Wie berichtet, soll nun die Energiesparte der West Energie und Verkehr rückwirkend zum 1.Januar 2008 für sieben Jahre verpachtet werden an die Mönchengladbacher NVV (jeweils zu 50 RWE und Stadt Mönchengladbach gehörend).

Die Gesellschafterversammlung der West (jeweils zu 50 Kreiswerken Heinsberg und NVV gehörend) trifft am kommenden Freitag die formelle endgültige Entscheidung. Dann soll auch gleich das notarielle Vertragswerk unterzeichnet werden. Das Wasserwerk Erkelenz (zur West gehörend) soll auf das Kreiswasserwerk übertragen werden.

Jährlich acht Millionen Euro sind als garantierte Pachteinnahmen für die West-Energiesparte vorgesehen. Bislang wurden mit den Stromgewinnen die Verluste des Öffentlichen Personennahverkehrs in Höhe von fünf bis sechs Millionen Euro abgedeckt. Dies soll so auch in Zukunft geschehen - mit einem verbleibenden Überschuss.

Die Optionen für die Zukunft sehen nach den sieben Jahren allerdings eine Weiterverpachtung zu abgesenkten Konditionen vor oder aber die Veräußerung: in Form eines Verkaufs (70 Millionen Euro sollen dem Vernehmen nach für den KWH-Anteil am Strom- und Gasnetz der West gezahlt werden) oder über das Einlagemodell einer stillen Beteiligung.

Die West-Mitarbeiter aus dem Bereich Energie sollen am kommenden Montag bei einer Mitarbeiterversammlung unterrichtet werden - vorbehaltlich der endgültigen Beschlüsse in den Gesellschaftergremien. Eine Pressekonferenz ist für den 30.Juni geplant.

Die West wird sich zukünftig im operativen Geschäft auf den Verkehrsbereich konzentrieren. Die West-Mitarbeiter aus dem Bereich Energie sollen fast alle - bis auf wenige aus dem kaufmännischen Bereich - NVV-Mitarbeiter werden.

Es soll keine betriebsbedingten Kündigungen geben, allerdings Personalabbau im Rahmen der normalen Fluktuation sowie Versetzungen - innerhalb des Kreises wie aus dem Kreis Heinsberg nach Mönchengladbach-Rheydt und umgekehrt.