Wassenberg: Wassenberger Musiksommer weckt Erinnerung an glorreiche Zeiten

Wassenberg : Wassenberger Musiksommer weckt Erinnerung an glorreiche Zeiten

Der „Wassenberger Musiksommer 2008” - eine schon mehrfach bewährte Kooperation der West-Energie und Verkehr mit dem Kulturförderverein und der Stadt Wassenberg bei der Gestaltung von Open-Air-Festivals auf dem Roßtorplatz - geriet zur Hälfte unter das Wetterdiktat dieses „Sommers”.

Am Samstagabend streifte das Gewitter den Wassenberger Raum mittelmäßig. Der erwartete Zustrom der Besucher reduzierte sich auf ausgesprochene Jazz-Fans. Es waren etwa 30 Musikfans, die unter den „Sonnensegeln” vor dem Podium einigermaßen Schutz suchten und fanden.

Das Konzert musste früher als gewohnt oder beabsichtigt beendet werden. Das wurde sehr bedauert, denn was „Eight Wheel Drive” vom Niederrhein zu bieten hatten, waren einzigartiger Drive und handwerkliche Fähigkeiten. Vor allem der exzellente Gitarrist John Slaughter wusste die Herzen im Sturm zu erobern.

Besucherstrom staute sich

Die dicken Nebelschwaden am Sonntagfrüh verhießen zunächst wenig Gutes für die Wetterlage. Doch das Wunder geschah, und so strömten die Besucher vor allem aus dem Raum Mönchengladbach/Düsseldorf und Umgebung zum Roßtorplatz. Der Förderverein hatte gut bestuhlen lassen. Vor den Gastronomiebetrieben und den Biergärten staute sich der Besucherstrom. Springbrunnen waren abgestellt worden, um den Musikgenuss in allen Feinheiten nicht zu beeinträchtigen.

Alle Vorsorge hat sich gelohnt, denn „Bandfire”, die große, Anfang der 80er Jahre begründete Jazz-Bigband in heutiger Besetzung mit überwiegend Berufsmusikern, ist in jedem Fall auch eine mittlere Anreise wert. Vom Blues bis zu klassischem Swing und Latin-Anklängen: Alle Arrangements glänzten mit Tutti-Passagen, vor allem im Posaunen- und Saxophon-Bereich, der samtig zart eine Melodie anklingen ließ.

Renommierte Komponisten und Arrangeure - darunter ein Herbie Hancock und der Deutsche Herbolzheimer, weckten Erinnerungen an früherer Jahre, als sogar ein Albert Mengelsdorf schon einmal den Weg nach Wassenberg gefunden hat zu einem Konzert der damals noch aktiven eigenen Volkshochschule des Amtes. Der „Dauphin Dance” von Herbie Hancock erinnerte besonders an jenes legendäre örtliche Konzert.

Die Wetterlage hielt; der Roßtorplatz blieb trocken, die Gäste kamen ungehindert in den Genuss des Musiksommers 2008, wenn auch nur zur Hälfte. Einige nicht mehr ganz junge Musikfreundinnen äußerten aber, bei aller Zufriedenheit über einen außergewöhnlichen musikalischen Abend, einen Wunsch: Vielleicht könnte das Sonntagsnachmittagsprogramm demnächst wieder einmal eine „volkstümliche”, nicht so sehr spezialisierte Musikrichtung bei einem Konzert zur Kaffee- oder Tea-Time auf dem Roßtorplatz beinhalten, damit wieder mehr Familien auch mit ihren Kindern kommen und sich erfreuen können.

Das wurde in der Vergangenheit schon mit viel Erfolg probiert. Am plätschernden Brunnen sitzen und mitsummen: Das wäre was in Ergänzung eines Festival-Programms, das vielen etwas bieten will.