Wassenberg: Wassenberger Krippe zeigt immer neue Szenen

Wassenberg : Wassenberger Krippe zeigt immer neue Szenen

Die Weihnachtskrippe ist in der gesamten Christenwelt Zeichen des Glaubens an Gottes Gnadenerweis an die Menschen.

Ihr Ursprung geht auf den heiligen Franz von Assisi (gestorben 1226) zurück: „Franziskus ließ bei Greccio eine Krippe herrichten, Heu herbeibringen und Ochs und Esel dorthin führen. Er rief seine Brüder herbei, und das Volk strömte hinzu.

An der Krippe wurde ein Hochamt gefeiert, und der Diakon Christi, Franziskus, sang das Evangelium. Dann predigte er von der Geburt des armen Königs.”

So schildert die „Legend des heyligen Vatters Francisci” nach Bonaventura, Nürnberg 1512 (München, Franziskuskloster St. Anna) diese Darstellung um die Christgeburt in der „Weihnachtskrippe”, zu der das verkündende Wort von der Menschwerdung Jesu gehört, wie es in der Bibel berichtet wird.

Weihnachtskrippen sind auch in den Kirchen und in vielen Häusern unserer Heimat seit dem 16. Jahrhundert bekannt; in den Privathäusern seit dem frühen 19. Jahrhundert. Der heute in den meisten Häusern aufgestellte, geschmückte Weihnachtsbaum wurde dagegen hier erst viel später heimisch.

Mit dem neuen Propst Rainer Mohren begann schon im letzten Jahr eine Art „Krippen-Renaissance” in der Propsteikirche St. Georg, deren rechtes Seitenschiff in eine naturalistisch gestaltete „Krippenlandschaft” verwandelt wurde, die das gesamte vorweihnachtliche und weihnachtliche Geschehnis nach den Evangelisten durch szenische Veränderungen deutlich macht.

Diese neu Art einer Krippe fand viel Zuspruch, besonders bei Familien mit Kindern, aber auch bei spendenfreudigen Erwachsenen. Ein eigens gebildeter Verein der „Krippenfreunde” setzt seit Monaten die neuen Ideen auch handwerklich geschickt um.

Ein massiver Stall mit allein 700 handgeschnitzten Holzschindeln, Moos aus dem Wald, das der Kindergarten sammelte, ein „Tor von Bethlehem” in „antiker” Ausführung der Römerzeit, das Nähen von entsprechender Bekleidung der vielen Figuren und der Aufbau erforderten manche Stunde, aber auch einiges an Finanzen.

Die Grundausstattung der Heiligen Familie mit Engel, Hirten, Ochs und Esel sowie der Dreikönige wurde erweitert um fünf Schafe, viel Hirtenpersonal bis zum Hirtenkind mit Verwandlungsmöglichkeiten für die „Base Elisabeth”, „Johannes der Täufer”, den „Greisen Simeon” und zum guten Schluss sogar anstelle des „Krippenmohren” ein „Don Camillo” mit großem Hut und Geldbeutel.

Hinter diesem wechselndem szenischen Bild steht ein liturgischer Sinn, der während der gesamten Adventszeit und noch nach Weihnachten in das Heilsgeschehen im Rahmen von Rorate-Messen einführt, die jeweils freitags um 18.30 Uhr in St. Georg stattfinden. Die liturgischen Texte wurden von Mitgliedern des Bildungsausschusses des Pfarrgemeinderates erarbeitet.

Die erste Rorate-Messe ist am Freitag, 29. November, 18.30 Uhr, zum Thema „Johannes der Täufer, der Rufer in der Wüste”. Vor dem 2. Advent am Freitag, 6. Dezember, ist die „Verkündigung des Engels” Gegenstand der liturgischen Hinführung.

Der 3. Advent am 13. Dezember gilt „dem Besuch Marias bei ihrer Base Elisabeth”. Am 4. Advent, 20. Dezember, geht es um „Die Herbergssuche”.

Es folgt an den Weihnachtstagen die „Geburt mit der Anbetung durch die Hirten” und am Freitag, 27. Dezember, 18.30 Uhr, eine „Nachbetrachtung”. Vor dem Fest der „Dreikönige” am 6. Januar hat die Rorate-Messfeier den „Besuch der Drei Könige aus dem Morgenland” zum Inhalt am Freitag, 3. Januar.

Es folgt noch am Freitag, 31. Januar, 18.30 Uhr, die „Darstellung im Tempel”. Den Lesungen entsprechend, wechseln die figürlichen Darstellungen der „Krippenlandschaft”.