Wassenberg droht Schlimmes

Wassenberg droht Schlimmes

Spätestens seit die Stadt Erkelenz der "Närrischen Hitparade" zu zweifelhaftem Ruhm verholfen hat, dürfte die WDR-Sendung den meisten Kreisheinsbergern ein Begriff sein.

Nachdem im letzten Jahr "Hätzblatt", die Karnevalshelden-Combo aus Erkelenz, die Hitparade gewonnen hatte, sollte gemäß den Statuten für lustige Hitparaden in diesem Jahr die Sendung in der Heimat des Siegers produziert werden. Vom Prinzip her wie beim Grand Prix. Das Land, das gewinnt, muss die Veranstaltung im nächsten Jahr zur Strafe selbst ausrichten. Durch geschickte Verwaltungstricks konnte die Stadt Erkelenz jedoch verhindern, dass das Geld, das man gar nicht hatte, in die Veranstaltung floss.

Clever, denn so hat der WDR das Ding am nächsten Freitag wieder an der Hacke. Jetzt muss der WDR die Schunkelbrigaden doch selbst bewirten und zu allem Überfluss jede Menge Erkelenzer Jecken auch noch per Shuttle-Bus nach Bocklemünd karren. Aber der WDR hat sich schon eine perfide Retourkutsche ausgedacht. In besagter närrischer Hitparade nächste Woche nämlich befindet sich erneut eine Karnevalsgruppe aus der Region unter den Teilnehmern und zwar "De Fröngde", deren Sänger aus Wassenberg stammt. Sollten diesmal also "De Fröngde" mit ihrem Lied "Ich will et hück" den Titel abräumen, dann hat Wassenberg ein Problem.

Und die werden sich schon was besseres einfallen lassen müssen als "In unserer Sporthalle ist eine Tür zu wenig". Darauf wird der WDR nicht noch einmal reinfallen. Da mag es wie eine Ironie des Schicksals anmuten, dass der Wassenberger "Fröngde"-Frontmann hauptberuflich Grabinschriften meißelt. Sollte er etwa seiner eigenen Stadt das närrische Geldgrab schaufeln?