Waldorf-Salat als Pisa-Ersatz

Waldorf-Salat als Pisa-Ersatz

Wassenberg ist nicht nur Vorreiter in Sachen moderner Politikführung auf Bundesniveau - zumindest, was die Skandale angeht -,sondern auch in Sachen Schulsystem. Nach der längst bewährten Gesamtschule ist dort demnächst sogar die erste Waldorfschule im Kreis geplant.

Auf dem Gelände der ehemaligen Weberei soll sie entstehen. Und das ist sicher ein gutes Omen, stellt eine Waldorfschule doch gerade die künstlerische und handwerkliche Förderung in den Vordergrund ihrer Pädagogik. Das lockere Schulprojekt von Rudolf Steiner, dem alten Anthroposophen, hat sich in den letzten Jahrzehnten durchaus vom belächelten Bildungsinstitut zur anerkannten Bildungsinstitution gemausert.
Längst macht man sich nicht mehr darüber lustig, dass die Mathe-Textaufgaben in der Regel darin bestehen, über den Inhalt zu diskutieren, statt das Ergebnis zu berechnen. Längst haben sich auch etablierte Schulformen wie Hauptschule, Realschule oder Gymnasium ein Beispiel an der Waldorfschule genommen. Auch in diesen weiter führenden Schulen können sich die Schüler mittlerweile vermehrt künstlerisch und handwerklich verwirklichen.
In den Freistunden wird gerne mal ein Joint gebaut oder ein Grafitti auf die ehemals weiße Wand der Hausmeisterloge gesprüht. Und Ideen wie "nie mehr Sitzenbleiben" oder "keine Zeugnisse" sind doch wirklich entspannte Alternativen, wenn man sich neben der Schule auf Wichtigeres zu konzentrieren hat; wie etwa küssen lernen, Pickelbekämpfung und "Bartwuchs beschleunigen" beziehungsweise bei Mädchen "Bartwuchs vermeiden". So erreicht man meist sogar besser die Überlebensfähigkeit in der Gesellschaft als durch exzessive Vektorrechnung. Und wenn nicht? Dann hat man halt den Waldorf-Salat.