Kreis Heinsberg: Waldfeucht und Waurichen sind die Gold-Dörfer

Kreis Heinsberg : Waldfeucht und Waurichen sind die Gold-Dörfer

Die Spannung war förmlich spürbar am Freitagabend im großen Sitzungssaal des Heinsberger Kreishauses, als Landrat Stephan Pusch die Sieger des Kreiswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft” auszeichnete.

45 Dörfer hatten teilgenommen. Am Ende war bei zwei Dörfern der Jubel besonders groß: Waldfeucht und Waurichen wurden mit „Gold” (und 340 Euro Prämie) belohnt und sind als Kreissieger teilnahmeberechtigt beim Landeswettbewerb im kommenden Jahr.

Waldfeucht zeichnet sich nach Ansicht der Bewertungskommission insbesondere aus durch eine lebendige und intakte Dorfstruktur, die konsequente Fortentwicklung der Unterschutzstellung des historischen Ortskernes und der Wallanlage als Denkmalbereich sowie die vorbildliche Umsetzung eines touristischen Konzeptes.

Waurichen wurde geehrt für die ausnahmslos hervorragende Identifikation der Dorfbewohner mit ihrem Dorf, insbesondere die generations- und vereinsübergreifende Beteiligung, für die herausragende konzeptionelle Arbeit und deren Präsentation sowie für die überdurchschnittliche Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen.

Für 22 Dörfer gab es am Freitagabend Silber (und 210 Euro): Aphoven, Beeck (bei Wegberg), Birgden, Birgelen, Dalheim, Effeld, Hillensberg, Horst, Kempen, Kirchhoven, Kreuzrath, Lieck, Merbeck, Niederbusch, Ophoven, Porselen, Rath-Anhoven, Rödgen, Schafhausen, Scheifendahl, Schwaam und Stahe.

21 Dörfer wurden mit Bronze (und 130 Euro) bedacht: Arsbeck, Bischofshütte, Broich, Brunbeck, Flassenberg, Himmerich, Isengraben, Kehrbusch, Kipshoven, Klinkum, Mehlbusch, Millen, Moorshoven, Rickelrath, Schleiden, Schönhausen, Tetelrath, Tüschenbroich, Venheyde, Venn und Windhausen.

Sechs Dörfer durften sich über Sonderpreise freuen: An Schafhausen ging der Sonderpreis für Konzeption und Umsetzung (wie alle Sonderpreise mit 80 Euro dotiert): für Integration der Projekte des Dorfverschönerungsvereins in Schul- und Kindergartenarbeit, insbesondere für die Heranführung der Kinder an Natur und Landschaft, sowie die Umsetzung von Vorschlägen seitens der Senioren zur Gestaltung von Ruhezonen.

Für Schwaam gab es den Sonderpreis für wirtschaftliche Entwicklung und Initiative: für die gelungene Umsetzung landwirtschaftlicher Anwesen für den Fremdenverkehr und die gute Eingliederung in die Dorfstruktur. Stahe und Niederbusch wurden mit Sonderpreisen für soziales und kulturelles Leben bedacht: für den hervorragenden Einsatz der Dorfbevölkerung zur Typisierung von möglichen Knochenmarkspendern aufgrund einer Leukämieerkrankung im Ort.

Beeck (bei Wegberg) erhielt den Sonderpreis für Baugestaltung und Entwicklung: für die Herstellung einer Fotovoltaikanlage in Verbindung mit der Renovierung des Kirchendaches.

Porselen freute sich über den Sonderpreis für das Dorf in der Landschaft: für die sehr gute Planung, deren Präsentation und die zeitnahe Umsetzung der Baum- und Gehölzpflanzungen in der freien Landschaft.

Bei der Feierstunde, die von einem Querflötenensemble der Kreismusikschule musikalisch begleitet wurde, hatte Landrat Stephan Pusch zunächst noch einmal die Ziele des Wettbewerbs in Erinnerung gerufen. Es gehe darum, die Zukunftsperspektiven im ländlichen Raum zu verbessern und die Lebensqualität dort zu steigern.

Nachhaltige Entwicklungen und das bürgerschaftliche Engagement seien wichtige Elemente des Wettbewerbs. Der Wettbewerb solle für alle Beteiligten ein Anreiz sein, die Zukunft der Dörfer verantwortlich mitzugestalten. „Unser Dorf hat Zukunft” stelle beispielhafte Leistungen und Lösungsansätze heraus und rege Orte zu weiteren eigenen Aktivitäten an.

Der Wettbewerb habe wieder gute Beispiele großen bürgerschaftlichen Engagements gezeigt, so Pusch, der aber einräumte, dass es immer schwieriger werde, Menschen für Engagement zu motivieren. Der besondere Dank des Landrats galt der Kreisbewertungskommission, die Ende Mai / Anfang Juni an sieben Tagen eine Rundreise durch das Kreisgebiet unternommen hatte und die 45 Orte unter die Lupe genommen hatte - keine einfache Aufgabe!

Sein besonderer Dank galt aber auch allen, die sich im Rahmen des Wettbewerbs engagiert haben: Dorfgemeinschaften und Ortsringen, Ortsverschönerungsvereinen und Ortsvorstehern. Der Landrat appellierte aber auch an die Teilnehmer, andere Dörfer zum Mitmachen zu bewegen - denn ab 50 Teilnehmern qualifizieren sich drei Kreissieger für den Landeswettbewerb.