Stolberg: „Vorfahrt für Arbeit 2020”: Mehr Fördergelder in die Region

Stolberg : „Vorfahrt für Arbeit 2020”: Mehr Fördergelder in die Region

Mehr oder weniger argwöhnisch beobachten viele Unternehmen die Aktivitäten von Beschäftigungsinitiativen für Langzeitarbeitslose. Insbesondere dann, wenn diese Aufträge von Kommunen erhalten, gelten sie als unliebsame Konkurrenz.

Dass beide Seiten voneinander profitieren können, wurde jetzt auf einer Veranstaltung der CDU-Mittelstandsvereinigung in Stolberg deutlich: Mit dem Projekt „Vorfahrt für Arbeit 2020” will die Landesentwicklungsanstalt Arbeitsmarkt und Strukturpolitik GmbH Brücken zwischen Unternehmen und Qualifizierungs- und Beschäftigungsträger bauen und mit ihnen neue Kooperationsformen entwickeln. Ziel dabei ist, mehr Fördergelder und damit Auftragsvolumen in die Region zu holen.

Den Skeptikern auf Seiten des Mittelstandes präsentierte LEG-Geschäftsführer Christoph Schilde eindrucksvolle Zahlen: „Natürlich greifen wir große Auftragspotenziale ab, wenn wir für Kommunen ein Projekt entwickeln und umsetzen. Aber: 60 Prozent der Gelder fließen unmittelbar in Aufträge an ortsansässige Unternehmen, von den übrigen 40 Prozent kaufen wir Material, nur fünf bis zehn Prozent fließen in die Koofinanzierung der Löhne, denn Hauptfinanziers der Arbeitslosen, die wir integrieren, ist die Hartz-IV-Arge.”

Bei der umfassenden Sanierung etwa der Arbeitshäuser am Museum Zinkhütter Hof in Stolberg seien sogar 80 Prozent des Fördervolumens an Unternehmen gegangen, da dort qualifizierte Arbeiten erforderlich gewesen seien. Wichtig aber sei, dass Langzeitarbeitslose in solchen Projekten unter Marktbedingungen beschäftigt und den Bedürfnissen der Firmen entsprechend qualifiziert werden. Schließlich sei das Ziel, sie möglichst in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Und das gelinge oft auch, betonte Schilde.

Eindringlich warb auch Städteregionsrat Helmut Etschenberg bei den Unternehmern dafür, die Instrumente der Arbeitsmarktpolitik zu nutzen und Arbeitslose einzustellen - schon im eigenen Interesse. „In nicht allzu ferner Zeit, vielleicht in fünf oder sechs Jahren, werden Sie um qualifizierte Mitarbeiter kämpfen.” Dem müssten sie sich frühzeitig stellen.

Außerdem: Ohne Träger wie die LEG könnten die Kommunen angesichts ihrer Finanzlage solche Projekte wie am Zinkhütter Hof gar nicht erst umsetzen. das unterstrich auch CDU-Landtagsabgeordneter Axel Wirtz, dem ein von Etschenberg angesprochener weitere Aspekt wichtig war: „Wir brauchen Projekte wie die der LEG oder der Wabe mit dem Sozialkaufhaus, in denen langzeitarbeitslose Menschen wieder Selbstvertrauen aufbauen können.”