Heinsberg: Von Kürbisköpfen, Geistern und Vampiren

Heinsberg : Von Kürbisköpfen, Geistern und Vampiren

Am Donnerstag, am Tag vor Allerheiligen, wird nun auch den Deutschen seit einigen Jahren ein Abend beschert, an dem immer häufiger gruselige Partys gefeiert werden, an dem Hexen und Dämonen ihren schaurig-schönen Auftritt haben.

In den USA, wie überhaupt im angelsächsischen Raum, ist Halloween schon seit langem ein Fest, das unserem Karneval ähnelt: In der Nacht der Geister verkleidet man sich und darf „ganz offiziell” harmlosen Unfug anstellen.

HZ-Mitarbeiterin Isabelle Gerards wollte es jetzt genauer wissen und befragte vor allem die jüngere Generation: Welche Bedeutung hat „Halloween” für junge Leute? Wie geht man in Heinsberg mit dieser für uns neuen Tradition um?

„Halloween” ist für Marion Steinhauer so bedeutend, dass sie ihren Geburtstag nicht am Tag feiert, sondern einen Tag später in Verbindung mit einer ausgefallenen Halloween-Party. Selbstverständlich erscheinen ihre Gäste kostümiert.

Die Wohnung hat sie dem Anlass entsprechend bereits vorbereitet. Da findet man alles, was das Halloween-Herz begehrt: Spinnweben, Fledermäuse, leuchtende Skelette sowie ausgehöhlte Kürbisse. Da die Resonanz bei ihren Gästen schon im letzten Jahr äußerst positiv war, hofft sie auch diesmal auf eine unvergessliche Gruselparty.

Daniela Dietrich dagegen hatte bislang absolut keinen Bezug zum Gruselfest. Das wird aber in diesem Jahr anders sein, denn sie ist bei Marion eingeladen und freut sich schon riesig auf die Halloween-Party, für die sie ein Vampir-Kostüm ausgewählt hat.

Der amerikanische Austauschschüler Kyle Martz weiß natürlich besonders viel über die heimische Tradition zu berichten. Er spricht vom so genannten „Trick or Treat” . Das bedeutet, dass Kinder verkleidet durch die Straßen ziehen und die Leute um Süßigkeiten bitten. Falls sie einmal nichts bekommen, spielen sie den Bewohnern einen Streich. Weiter erzählt der aus Oregon stammende junge Mann, dass er jedes Jahr Halloween-Partys besucht. Meist bereiteten die amerikanischen Gastgeber „richtig ekliges Essen” vor.

Früchte würden beispielsweise so zubereitet, dass sie wie Augen aussähen. Für europäisches Empfinden klinge dies abartig, räumt Kyle ein, meint aber, dass dies in Amerika so etwas wie ein „spirit of Halloween” sei und einfach dazugehöre. Bis jetzt weiß Kyle noch nicht, was er am Donnerstagabend unternimmt, aber er ist sich ganz sicher, dass ihm noch eine glänzende Idee kommen wird.

Auch die Kleinen im Kindergartenalter bereiten sich intensiv auf Halloween vor. Niklas, Jonas und Lukas Nyhsen haben schon einmal ihre Kostüme anprobiert. Im Kindergarten basteln sie Gespensterlaternen und bearbeiten Kürbisse, mit denen sie Räume und Fenster schmücken. Da kommt echte Halloween-Stimmung auf.

Miriam Gerhards und Daniel Nießen haben vor, eine Halloween-Party mit Freunden zu organisieren. Sie planen ein Lagerfeuer auf einer großen Wiese, wo sie ein typisch amerikanisches Barbecue veranstalten möchten. Beide hoffen, dass die Gäste verkleidet kommen. Am Lagerplatz dürfen natürlich auch Kürbisse, Spinnweben und sonstige gruselige Dekoration nicht fehlen.

„Außerdem werden wir Hexenpuppen an die Bäume hängen”, erzählt Daniel. Miriam zeigt sich in punkto Wetter sehr zuversichtlich: „Selbst bei schlechtem Wetter haben wir vorgesorgt, denn wir werden in diesem Fall ein Zelt aufbauen.”

Carina Frenken überlegt unterdessen, am Halloween-Abend verkleidet mit Freunden um die Häuser zu ziehen, weil sie ausprobieren möchte, ob man auch als 18-Jährige noch Süßes ergattern kann. Falls dieser Plan misslingt, ist Partytime in Erkelenz angesagt. „Ich denke, Halloween ist eine gute Gelegenheit, in den trüben Herbst ein wenig Stimmung zu bringen” meint Carina.

Für ihre Freundin Julia Kox hat die Halloween-Party, die sie vor drei Jahren besuchte, eine besondere Bedeutung. Auf ihr lernte sie ihren jetzigen Freund kennen.In diesem Jahr allerdings lassen sie die Halloween-Party aus und begehen ihr „Dreijähriges” bei einem gemütlichen Dinner.

Sie ist überhaupt der Auffassung, dass Halloween besser in Amerika geblieben wäre, da dieses Fest mit eigentlich heidnischem Ursprung doch nicht so recht in unsere Landschaft passe.