Waldfeucht: Von Helden erwächst Gegner aus eigener Partei

Waldfeucht : Von Helden erwächst Gegner aus eigener Partei

Nicht nur viele Mitglieder der Waldfeuchter CDU werden sich die Augen reiben. War ihr Kandidat für die Bürgermeisterwahl im September mit dem derzeitigen Amtsinhaber Johannes von Helden nicht längst gefunden?

Am 25. März war dieser doch ohne Gegenkandidat mit 41 von 69 Stimmen nominiert worden. Jetzt jedoch schickt sich der 49-jährige Partei-„Kollege” Franz-Dieter Janßen aus Bocket an, ihm das Amt streitig zu machen.

„Nach meinem Wissen stellen die anderen Parteien keinen eigenen Kandidaten für das Bürgermeisteramt. Ich wollte eine Alternative bieten, damit überhaupt eine Wahlmöglichkeit für die Bürger besteht”, begründet Janßen zunächst gegenüber unserer Zeitung seinen Schritt, sich für den Chefsessel der Verwaltung ins Spiel zu bringen.

Dann lässt er jedoch die Katze aus dem Sack und macht keinen Hehl daraus, dass er sicher nicht zu denen gehörte, die Johannes von Helden im März seine Stimme gaben.

Öffentlich kritisieren möchte er den Bürgermeister dennoch nicht. Im liege vielmehr daran, aufzuzeigen, was er sich im Falle einer Wahl vorgenommen hat. Schon daraus ließen sich dann die Mängel erkennen, die er in der momentanen Amtsführung zu sehen glaubt.

„Ich will ein offenes Ohr für alle Bürger haben”, meint Janßen. „Entscheidungen sollen mit der nötigen Sorgfalt und Transparenz getroffen werden unter Berücksichtigung einer soliden Finanzpolitik. Ich möchte durch den kooperativen Führungsstil die Verwaltung stärken.”

Dabei, so Janßen, könne er auf eine 25-jährige Erfahrung im Umgang mit Polizeibeamten in der Aus- und Fortbildung an der Polizeischule Linnich bauen.

Überdies sei er seit fünf Jahren Ratsmitglied und weitere fünf Jahre zuvor als Sachkundiger Bürger aktiv gewesen. Derzeit ist Janßen übrigens beim Landeskriminalamt in Düsseldorf im Fachbereich Datenschutz und Datensicherheit tätig.

Da es sich bei Waldfeucht um eine Gemeinde mit weniger als 10.000 Einwohnern handele, benötige er nach gesetzlicher Regelung die dreifache Zahl der Ratsmitglieder als unterstützende Personen für die Zulassung seiner Kandidatur - also 78 Stimmen. 50 habe er bereits.

„Natürlich”, sagt Janßen, „waren die CDU-Mitglieder, mit denen ich bislang gesprochen habe, erstaunt und haben mir geraten, mir gut zu überlegen, was ich da mache.”

Einer von diesen war zweifellos CDU-Chef Heinz-Josef Schrammen. „Ich habe ihm erklärt, dass ich über diesen Schritt nicht erfreut bin”, macht Schrammen deutlich.

Auf Unverständnis stößt dabei vor allem die Tatsache, dass sich Janßen nicht bei der offiziellen Nominierung am 25. März zur Wahl gestellt habe.

Als Beisitzer im Gemeindeverbandsvorstand sei er schon Monate zuvor in die Vorbereitung eingebunden gewesen und hätte nach Schrammens Ansicht genügend Zeit für eine solche Entscheidung gehabt.

Daher stellt er klar: „Für uns gibt es nur einen CDU-Kandidaten, und der heißt Johannes von Helden. Ich sehe auch keine Unterstützung der anderen nominierten Kandidaten für Franz-Dieter Janßen.”

Natürlich sei ihm bewusst, dass Janßen immer schärfere Kritik am Bürgermeister geübt habe, aber „ich hatte bislang mit Franz-Dieter Janßen keine Probleme”.

Auch jetzt solle gegen ihn nicht „die große Keule” geschwungen werden. „Aber dass seine Belange zukünftig nicht mehr so auf Resonanz stoßen werden, ist doch klar.”

Im gemeinsamen Einvernehmen habe man beschlossen, das Amt des Beisitzers im Vorstand der CDU vorläufig ruhen zu lassen.