VKAG empört: „Verunglimpfung”

VKAG empört: „Verunglimpfung”

Kreis Heinsberg. Eine kritische Position zu der Kampagne der Arbeiterwohlfahrt bezieht der Präsident des Verbandes der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise, Reiner Spiertz aus Alsdorf.

„Wir halten eine solche Aktion in Verbindung mit unserem Brauchtum Karneval für absolut unangebracht. Es soll hier wiederum der Anschein erweckt werden, als stelle die Karnevalszeit eine besondere Gefährdung der Bevölkerung hinsichtlich von Aids-Erkrankungen dar. Dies ist eine Verunglimpfung all der Millionen Menschen, die sich an und in unserem Brauchtum erfreuen”, erklärte Spiertz.

Es werde einfach unterstellt, dass die Karnevalszeit eine prädestinierte Zeit für ungezügeltes sexuelles Verhalten sei, ja es solle der Bevölkerung sogar suggeriert werden, dass das ganz normal sei und man sich ja schützen könne. „Hiergegen wehren wir uns ganz entschieden”, so Spiertz. Gerade die intensive, ganzjährige Jugendarbeit der mehr als 160 Verbandsvereine werde dadurch in Frage gestellt.

„Was sollen Eltern denken, die ihre Kinder und Jugendliche in die Obhut unserer gut ausgebildeten Jugendverantwortlichen geben, wenn andererseits den Karnevalisten eine solche ,Jugendgefährdung von unwissenden und uninformierten Menschen unterstellt wird.”

So notwendig Aids-Prävention grundsätzlich sei, hält der VKAG-Präsident es für unseriös und absolut fehl am Platze, „durch solche Sonder-Aktionen unser schönes Brauchtum zu diskreditieren”. Ihm scheine, dass wiederum Front gegen das Jahrhunderte alte Brauchtum Karneval gemacht werden solle.