Vilshofen im Landhaus Rick

Vilshofen im Landhaus Rick

Baal (an-o) - "Heute beginnt die Fastenzeit. In Hückelhoven ist das anders: Angesichts des kommunalen Abzockens ist da das ganze Jahr Fastenzeit". Sagt Rudi Freyler als Vorsitzender beim politischen Aschermittwoch der Bürgerpartei. Ein Hauch von Vilshofen weht durch das Landhaus Rick.

Nach dem Motto "Ihr lebt in Hückelhoven, hier ist alles möglich" griff Freyler kommunalpolitische Themen auf. Zunächst ging es um die Stadt und den EBV.

Ein betroffener Bürger berichtete, er selber habe einen Wasserverbrauch von 30 Kubikmeter, bezahlen musste er allerdings 240 Kubikmeter Abwasser.

Weil: Er habe den überhöhten Wasserverbrauch des Vormieters mitzahlen müssen. Sowohl die Stadt als auch der EBV habe ihm auch nach mehrmaligen Nachfragen nicht geholfen; er habe sogar Abwasser bezahlen müssen aus der Zeit, in der er noch gar nicht in der Wohnung gewohnt habe.

Freyler bezeichnete die Häuser des EBV als "Schandfleck", für jede kleinste Sanierung müsse gebettelt werden. Er forderte alle Betroffenen auf, sich lose zu organisieren. Weil: "Die ehemaligen Kumpels werden heute leider mit ihren Sorgen von der SPD alleine gelassen.

Die CDU hat für diese Probleme noch nie ein Ohr übrig gehabt", so Freyler. Die Christdemokraten frönten nur noch dem Kapital und schielten auf Investoren.

Freyler malte sein düsteres Politszenario weiter: Das Milchfrühstück für die Kinder, der Zuschuss für das Mittagessen für sozial schwache Schüler sowie die Weihnachtspräsente für Senioren oder Geld für Heimkinder: "Ersatzlos gestrichen".

Am Rat vorbei

Das gelte auch die Winterfahrkarte für Schüler. Ein Unding für Freyler: "Bürgermeister Schmitz lässt sich jeden Morgen im vorgeheizten Dienstwagen Richtung Büroschlaf kutschieren".

Auf der anderen Seite, so der Vorsitzende, sei aber genug Geld da, um einem "zu verarmen drohenden Baulöwen" zu helfen. Da ließ Freyler das letzte Blatt vor dem Mund fallen: Es sei ein "Millionendeal von Bürgermeister und Kämmerer am Rat vorbei in einer Nacht- und Nebel-Aktion initiiert", worden.

Hückelhoven solle man besser in "Waldhausen" umbenennen: 1,5 Millionen Euro seien dort im Spiel gewesen. Neben dem Skandal mit der "Abzocke" bei den EBV-Wohnungen sei dies ebenfalls ein "schreckliches Armutszeugnis".

Der soziale Kahlschlag durch die CDU werde "perfekt" durch die ständigen Erhöhungen beispielsweise bei Mieten und Steuern sowie durch die "Börsenspielchen" der Verwaltungsspitze. Freyler: "Der CDU kann man nur zurufen: Wir haben hier keinen Club der Millionäre".