Kreis Heinsberg: „Vielfalt verbindet“: Die Interkulturelle Woche im Kreis Heinsberg

Kreis Heinsberg : „Vielfalt verbindet“: Die Interkulturelle Woche im Kreis Heinsberg

Vor acht Jahren hatten die Macher der ersten Interkulturellen Woche ein Zeichen für positive Integration gesetzt. Seitdem findet sie jedes Jahr kreisweit statt, Landrat Stephan Pusch hat die Schirmherrschaft übernommen. Bürgermeister Bernd Jansen stellt in Hückelhoven „Manpower“ zur Verfügung, um das vielseitige Programmangebot auf die Beine zu stellen.

Die Stadt Hückelhoven ist die Keimzelle und das Zentrum der Interkulturellen Woche, wohl auch wegen der rund 100 Nationen, die in der ehemaligen Bergbaustadt vertreten sind. Die größte Gruppe stellen die Türken dar, die wegen der Arbeit in der Zeche nach Hückelhoven kamen. Ihnen galt auch die erste Aktion vor acht Jahren.

Mit „Spurensuche“ hatten Schüler des Gymnasiums die Geschichte der türkischen Immigranten erzählt und dargestellt. Schon damals war Birgit Fluhr-Leithoff dabei. Die Lehrerin leitet den interkulturellen Arbeitskreis und hat gemeinsam mit der Integrationsbeauftragten Andrea Cardis das Programm zusammengestellt. Neben Hückelhoven sind auch andere Kommunen vom 22. bis 28. September mit im Boot.

Die Macher der kreisweiten Aktionstage sind davon überzeugt: Ihr Engagement ist heute wertvoller denn je. „Wir dürfen nicht zu einer entsolidarisierten Gesellschaft werden“, betonte Fluhr-Leithoff bei der Vorstellung des Programms im ­Hückelhovener Rathaus. „Integration findet jeden Tag im Alltag statt.“ Dies bestätigte auch Anita Bräu vom Hückelhovener AWO-Familienzentrum. „Die Kinder spiegeln die Bevölkerung der Stadt wider“, erläuterte sie.

In ihrer Einrichtung seien viele Kinder mit Migrationshintergrund. Fremdenfeindlichkeit habe sie bei den Kindern noch nie erlebt, betonte sie. Ablehnung sei kein natürliches Bedürfnis bei Kindern. Dies bestätigte auch ihre Kollegin Tanja Kremer vom Ratheimer AWO-Familienzentrum. Sie hob vor allem die Bedeutung der U3-Betreuung für den frühzeitigen Spracherwerb hervor.

„Vielfalt verbindet“ lautet das Motto. Trotzdem gibt es Gegenwind gegen Integration. Landrat Stephan Pusch sprach von einer „unseligen Allianz“, die sich in Europa breit mache. „Es wird Stimmung gemacht gegen Menschen, die anders sind“, erklärte er und fügte hinzu, Europa dürfe nicht zu einer Festung ausgebaut werden. Daher unterstütze der Kreis die Interkulturelle Woche als ein wichtiges Zeichen in dieser schwierigen Zeit. Bürgermeister Jansen fügte hinzu, dass das Fest auch eine Absage an die Parallel­gesellschaften sei. Er sei stolz, dass Hückelhoven ein „Aktivposten“ in der Planung und Durchführung der Veranstaltungen sei.

(hewi)
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