Viele Frauen suchten Rat und Hilfe

Viele Frauen suchten Rat und Hilfe

Kreis Heinsberg. Insgesamt 334 Gespräche im Rahmen von 226 Beratungsfällen fanden im Vorjahr in der Beratungsstelle der Arbeiterwohlfahrt für Schwangerschaftskonflikte, Familienplanung und Sexualität in Hückelhoven statt.

Diese Bilanz zog Sozialarbeiterin und Leiterin Birgit Goertz im Jahresbericht 2001. Gleichzeitig stellte sie fest, dass sich der Trend von bis zu 30 Beratungen pro Monat auch in diesem Jahr fortsetze.

Mit 151 Frauen suchte die Mehrzahl unmittelbare Beratung nach Paragraph 218 des Strafgesetzbuches und als Voraussetzung für einen Schwangerschaftsabbruch. Allgemeine Fragen und Informationswünsche zum Thema Schwangerschaft äußerten 37 Frauen.

Weiter fanden in der Beratungsstelle im Gesundheits- und Sozialzentrum in Hückelhoven vier Beratungen zur Familienplanung und 13 zur Sexual- und Partnerschaftsberatung statt. Nachgehende Begleitung und Beratung nach der Geburt oder einem Schwangerschaftsabbruch suchten sechs Frauen.

Wie Birgit Goertz weiter berichtete, war die Gruppe der Ratsuchenden im Alter von 20 bis 30 Jahren mit 135 am größten.

Im Mittelpunkt der Aktivitäten von Birgit Goertz stehen Beratungen bei ungewollter Schwangerschaft sowie die Förderung der eigenverantwortlichen Entscheidung. Selbstverständlich werden auch Hilfen gegeben und Wege aufgezeigt, wenn es zum Beispiel um familienfördernde Leistungen wie Kinder- und Erziehungsgeld oder Sozialhilfe und Frühförderung von behinderten Kindern geht.

So kommt es durch Erwerbslosigkeit, Schulden sowie Unterhalts- Lebensproblemen oft auch bei erwünschten Schwangerschaft zu großen Belastungen. Dazu werden Informationen über Rechtsansprüche vermittelt und auch bei deren Geltendmachung geholfen.

Die AWO-Beratungsstelle kann jetzt auch Hilfen aus der „Bundesstiftung Mutter und Kind - Schutz des ungeborenen Lebens” vergeben und somit konkrete finanzielle Unterstützung bis zu 1800 Euro für schwangere Frauen in schwierigen wirtschaftlichen Situationen leisten.

In diesem Sinne betonte Birgit Goertz: „Wir sehen es als vorrangige Aufgabe, Frauen Unterstützungsmöglichkeiten und Rechtsansprüche aufzuzeigen, so dass sie sich im Schwangerschaftskonflikt eventuell doch für das Kind entscheiden können.”

Leiterin Birgit Goertz arbeitet eng mit anderen Beratungsstellen und mit den sonstigen sozialen Organisation auf Kreisebene zusammen. Eine gute Zusammenarbeit besteht auch mit Arbeits-, Jugend- und Sozialämtern.

Die Beratungsstelle befindet sich im AWO-Gesundheits- und Sozialzentrum in Hückelhoven, Bauerstraße 38 und ist zu erreichen unter 02433/901701.