Kreis Heinsberg: VHS-Kuratorium: Programm der Volkshochschule kommt an

Kreis Heinsberg : VHS-Kuratorium: Programm der Volkshochschule kommt an

Mit exakt 43.242 erteilten Unterrichtsstunden hat die Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg im jetzt zu Ende gehenden Programmjahr 2017/2018 einen „absoluten Spitzenwert“ erreicht, berichtete VHS-Leiter Franz Josef Dahlmanns im VHS-Kuratorium, das im Heinsberger Kreishaus erstmals unter dem Vorsitz von Anna Stelten tagte. Im Vorjahr waren es noch 40.073 Unterrichtsstunden.

Die Gesamt-Teilnehmerzahl mit Blick auf das umfangreiche Kurs- und Veranstaltungsangebot der VHS bleibt unverändert auf hohem Niveau: Exakt 24.232 Teilnehmer wurden 2017/2018 gezählt. Auch wenn diese Zahl nicht das Entscheidende sei, so Dahlmanns, so zeige sie doch: Das Programm werde nicht an den Bedürfnissen der Bevölkerung vorbei gemacht.

2017/2018 sei ein sehr gutes Programmjahr für die VHS gewesen. So seien beispielsweise die Tagesfahrten sehr gut angenommen worden, es sei ein neuer Kurs zur Einführung in die Archäologie gestartet worden, das Kellertheater habe eine große Resonanz erfahren. In der politischen Bildung sei die VHS über Kooperationen zum Beispiel mit dem Bündnis gegen Rechts und dem Kommunalen Integrationszentrum sehr stark vernetzt.

Bei den Sprachkursen sei ein Trend hin zu kleineren Gruppen und kürzeren Unterrichtsformen erkennbar. Eine stärkere Nachfrage habe es nach Veranstaltungen im Bereich Natur gegeben. Und im Bereich Sport und Gesundheit sei ein sehr breites Angebot umgesetzt worden. Die Zahl der Integrationskurse ist laut Dahlmanns von sechs im Jahr 2014 auf 21 im Jahr 2018 emporgeschnellt.

Für das Thema ­Integration werde zwar kein neuer Fachbereich ausgewiesen, doch der Fachbereich 6 werde umgewandelt: Bislang firmierte er unter „Sprachen“, zukünftig unter „Sprachen und Integration“. Im neuen Programmjahr solle es nicht nur eine moderate Ausweitung kürzerer und kompakterer Kursformen bei den Sprachen geben, blickte Dahlmanns voraus.

Mit einem größeren Angebot an Tagesfahrten sollen wirtschaftliche, politische, gesellschaftliche und regionale Schwerpunkte gesetzt werden. Aktuelle Themen sollen bei Lesungen und Diskussionsveranstaltungen aufgegriffen werden, zum Beispiel „Rechte Gewalt“, ­„Islamischer Terror“, „Menschenrechte im digitalen Zeitalter“ oder „Heimat“. ­Geplant ist laut Dahlmanns auch eine Kreativausstellung.

Als neue Themen nannte der VHS-Leiter beispielhaft: Elterngespräche, Digitale Währung, Amateurfunk, Mode- und Porträtzeichnen, Heilsames Singen sowie Online-Banking. In der Summe sind 1739 Veranstaltungen im Programmjahr 2018/2019 geplant — eine erneute Steigerung. Voraussichtlich Anfang August soll das neue Programmheft in gedruckter Form erscheinen und zeitgleich die Freischaltung des Programms im Internet erfolgen.

Über die erneut erlangte, für weitere vier Jahre (bis Oktober 2021 gültige) „lernerorientierte Qualitätstestierung in der Weiterbildung“ berichtete Fachbereichsleiter Ingo Rümke. „Weiter auf dem Weg zu einem modernen und kommunal präsenten Bildungsdienstleister“, so sei die strategische Ausrichtung der VHS bis 2021 überschrieben. Im Vordergrund stünden der Ausbau des Kursangebots mit digital erweiterten Lernformen in ausgewählten Fachbereichen sowie die Sicherstellung einer möglichst ausgeglichenen (also flächendeckenden) Präsenz der VHS im Kreisgebiet.

Rümke lenkte den Blick des VHS-Kuratoriums unter anderem auf die Meisterkonzerte in der Erkelenzer Stadthalle und konstatierte einen „sehr schönen Aufschwung“: In den letzten zehn Jahren sei die durchschnittliche Besucherzahl von 327 auf 423 gesteigert worden, die Zahl der Abonnenten von 274 auf 357. Und beim jüngsten Gastspiel des Sinfonieorchesters Aachen sei mit 509 die bislang höchste Besucherzahl der Reihe verzeichnet worden. Eine neue Idee: Hausmusik vor Gemälden im Heinsberger Begas-Haus.

Trotz vieler Erfolgsmeldungen: Probleme kamen im VHS-Kuratorium ebenfalls zur Sprache. So wies die Statistik viele mangels Teilnehmerinteresse ausgefallene Kurs­angebote aus; betroffen waren vor allem Kochkurse im Fachbereich Haushaltsführung. Teilnehmer in den Schulabschlusslehrgängen würden vermehrt soziale und psychische Probleme sowie im Durchschnitt weniger Allgemeinbildung und geringere Leistungsbereitschaft aufweisen, erfuhren die Kuratoriumsmitglieder. Und: Nicht alle Unterrichtsräume, die von der VHS in den verschiedenen Kommunen genutzt würden, seien ­barrierefrei.

Im Zusammenhang mit den bereits seit einiger Zeit auftretenden Schwierigkeiten bei der Gewinnung neuer Kursleiter sagte VHS-Leiter Franz Josef Dahlmanns, in Zukunft werde über eine mögliche ­Erhöhung der Honorare für Kursleiter als Anreiz nachzudenken sein und ebenso über die Frage, wie dies dann finanziell kompensiert werden solle.

(disch)
Mehr von Aachener Nachrichten