Heinsberg-Dremmen: Verstärkte Polizeipräsenz in Dremmen

Heinsberg-Dremmen : Verstärkte Polizeipräsenz in Dremmen

Mit verstärkter Polizeipräsenz und Personenkontrollen sowie Zivilcourage soll in Dremmen gegen Randalierer und Sachbeschädigung sowie gegen Rechtsradikale und sonstige Störenfriede vorgegangen werden.

Hakenkreuz- und Parolenschmierereien an Portal und Mauer der Pfarrkirche, Beschädigungen an Autos, Häusern und Vorgärten sowie Pöbeleien und Schlägereien sorgen schon seit mehreren Monaten verstärkt für Verärgerung und Unruhe in Dremmen.

Dass dem unseligen Treiben eine ganze Dorfgemeinschaft mit Unterstützung der Polizei ab sofort ganz verstärkt Paroli bietet, lässt die große Resonanz auf die jetzt einberufene „Sicherheitsbesprechung” durch die Kreispolizeibehörde Heinsberg erwarten.

Prallgefüllt war das Jugendheim in Nähe der Kirche, einem der „Tatorte”. Rund 100 Dremmener begrüßte Polizeioberkommissar Wolfgang Liening und ging zunächst auf die Ereignisse der vergangenen Monate ein. Den Anwesenden gab er die Möglichkeit, sich Luft zu machen über persönliche Erlebnisse und Vorschläge zum Gegensteuern.

Einige der Statements: „Die Jugendlichen haben keinen Treffpunkt!” - „Kleine Kinder trauen sich nicht mehr auf den Spielplatz, weil Jugendliche mit ihren Mofas da sind.” - „Meine Frau wurde erst vor einer Stunde auf offener Straße obszön beleidigt.” - „Zum Skaterplatz gehen wir erst gar nicht, weil da die Rechtsradikalen sind. Einer unserer Freunde ist Italiener.”

Auch Fragen zur Zuständigkeit von Polizei und Ordnungsamt und Möglichkeiten eines schnelleren und wirkungsvolleren Einschreitens wurden erläutert. Polizeioberkommissar Wolfgang Liening kündigte an, dass sich die personelle Situation für die polizeiliche Präsenz in Dremmen verbessern werde.

Er empfahl, dass schon vor vollzogenen Vorfällen telefonisch gemeldet werde, wenn sich Jugendliche in Gruppen träfen und auffielen. Dann könnten die Personalien festgestellt werden. Wer nichts anstelle, habe ja auch nichts zu befürchten.

Einige der Anwesenden konnten sich nicht damit anfreunden, dass „schon wenn fünf Jugendliche zusammen stehen, die Polizei gerufen und kontrolliert wird”. Die Polizei sieht jedoch darin eine große Chancen zur Täter-Ermittlung. Schließlich handele es sich überwiegend um den gleichen und einzugrenzenden Personenkreis.

Erfreulich war, dass auch viele Jugendliche der Einladung zur „Sicherheitsbesprechung” gefolgt waren. Einige von ihnen fühlen sich unberechtigt kriminalisiert. Es könne nicht sein, dass man schon verdächtigt werde, weil man sich auf dem Spielplatz treffe, distanzierten sie sich von Straftätern und Rechtsradikalen.

Aus weiteren Wortmeldungen war auch zu schließen, dass Parolen und Treffen rechtsradikal gesinnter Jugendlicher wie auch Bedrohungen und Schlägereien in Dremmen keine „Eintagsfliegen” sind. „Was hier im letzten halben Jahr abgegangen ist, hat es noch nie gegeben!”, war von einer besorgten Frau zu hören.

Ortsvorsteher Theo Esser brachte den Wunsch der Dremmener auf den Punkt: Eine noch größere Wachsamkeit jedes einzelnen sowie mehr Polizeipräsenz, insbesondere durch Fußstreifen.