Erkelenz: Verkauf der Immobilie zahlt sich jetzt aus

Erkelenz : Verkauf der Immobilie zahlt sich jetzt aus

Kirchengemeinden nehmen seit jeher gemeinnützige Aufgaben in ihrem direkten Umfeld wahr. Die drei Erkelenzer evangelischen Gemeinden haben zur Finanzierung dieser Aufgaben vor rund acht Jahren eine Stiftung gegründet.

Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, in den drei Stiftergemeinden Erkelenz, Schwanenberg und Lövenich diakonische Aufgaben wahrzunehmen. Die Bilanz seit der Gründung kann sich sehen lassen. „Die Kooperation verwirklicht über Gemeindegrenzen hinweg gemeinsame Ziele der christlichen Nächstenliebe und Hilfe”, fasst der Erkelenzer Pfarrer Günter Wild die Ziele der Stiftung zusammen.

Vor allem der Jugend, den älteren Mitbürgern und sozial Schwachen kommt die Arbeit der Stiftung zugute. Hervorgegangen ist die Stiftung aus dem Diakonieverein. Dieser war nach langer erfolgreicher Arbeit „in die Jahre gekommen”, so Wild. Deshalb entstand die Idee der Stiftung. Das Stiftungskapital in Höhe von rund einer Million Euro stammt aus dem Verkauf einer Immobilie in Tirol. Die Projekte werden aus den Presbyterien der Gemeinden heraus vorgeschlagen.

Stiftungsrat und Stiftungsvorstand entscheiden gemeinsam darüber, welche der Projekte unterstützt werden. Dabei wird wert auf eine „zeitnahe” Verwendung der Ausschüttungen gelegt, wie Pfarrer Günter Wild und sein Vorstandskollege Günter Morjan betonen. Die Stiftung agiert nicht über die Köpfe der Gemeindemitglieder hinweg. Vielmehr sind alle Mitglieder der Stiftergemeinden eingeladen, nicht nur finanziell zu helfen, sondern durch aktive Mitarbeit bei den Projekten.

„Die Arbeit findet vor der eigenen Haustür statt”, erklärt Morjan, der für Lövenich im Vorstand der Stiftung mitarbeitet. So seien die Ergebnisse auch offensichtlich und spürbar. Das Geld fließt in den Gemeinden in diakonische Projekte. In Schwanenberg landet das Stiftungsgeld zum Beispiel in den evangelischen Kindergarten und der Jugendarbeit der „Scheunen Crew”, die regelmäßig zu Veranstaltungen einlädt. Auch in Erkelenz fließt das Geld in die Jugendarbeit. Darüber hinaus wird der wöchentliche Mittagstisch für Ältere und Bedürftige im Gemeindehaus finanziert.

Das „Paul Pfeiffer Altenwohnhaus” an der Burgstraße wird zur Senkung der Betriebskosten mit einer Solaranlage ausgestattet. In Lövenich wurde das Geld für die Anschaffung eines Busses verwendet, der ältere und behinderte Menschen aus den umliegenden Gemeinden abholt. Darüber hinaus wird in Baal in dem Sechsfamilienhaus der Gemeinde für sozial schwache Familien eine behindertengerechte Wohnung eingerichtet. Gemeinsam organisieren und finanzieren die drei Gemeinden Senioren- und Jugendfreizeiten.

Auch eine Selbsthilfegruppe für an Multiple Sklerose Erkrankte wird aus der Stiftung unterstützt. Der Vorteil der Stiftung liegt klar auf der Hand. Denn das Stiftungskapital darf nicht angetastet oder verspekuliert werden. Die Zuwendungen an die Gemeinden stammen einzig aus den Zinsen und darüber hinaus aus Spenden an die Stiftung. Somit sei sichergestellt, dass die Stiftung theoretisch ewig arbeiten könne, sind sich die beiden Ehrenamtler sicher. Sicher sind sich Morjan und Wild auch in einem weiteren Punkt: Die Diakonie Stiftung hat einen großen Betrag zum Zusammenwachsen der drei Gemeinden geleistet. „Gemeinsam konnten wir Projekte realisieren, die es ohne die Möglichkeiten der Stiftung nicht gegeben hätte”, betont Wild.