Gangelt: Verfahren gegen Tholen eingestellt

Gangelt : Verfahren gegen Tholen eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Aachen hat ihre Ermittlungen gegen den Gangelter Bürgermeister Bernhard Tholen abgeschlossen.

„Der Sachverhalt ist in rechtlicher Hinsicht als Beleidigung einzuordnen. Für ein solches Delikt bedarf es eines wirksamen Strafantrages. Der war von der Geschädigten gestellt worden, wurde aber zurückgezogen”, erklärte am Mittwoch Robert Deller, Sprecher der Staatsanwaltschaft Aachen.

Nach Rücknahme des Strafantrages liege für die Staatsanwaltschaft ein Verfolgungshindernis vor. „Die Tat kann von uns nicht mehr verfolgt werden. Aus diesem Grunde wird das Verfahren eingestellt.”

„Ich bin immer davon ausgegangen, dass dieses Verfahren eingestellt wird”, erklärte am Mittwoch Bernhard Tholen im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wichtig ist, dass strafrechtlich nichts vorhanden ist, was ich mir vorwerfen muss, wovon ich auch immer ausgegangen bin.”

Eine weitere Stellungnahme wollte er nicht abgeben. Denn: „Beim Kreis läuft noch das Verfahren nach der Disziplinarordnung. Ich gehe aber davon aus, dass es auch schnell abgeschlossen sein wird.” Eines steht für Tholen fest: „Ich werde kandidieren.”

Über die Einstellung des Verfahrens freut sich auch der Gangelter CDU-Fraktionschef Horst Helbig. „Es zeigt doch deutlich, dass die Kampagne einiger Leute gegen unseren Bürgermeister überzogen, voreilig und wahrscheinlich mit Eigeninteressen verquickt war. Ich erwarte, dass der CDU-Gemeindeverbandsvorstand seine Entscheidung revidiert und dann der Versammlung am 26. April Tholen als CDU-Kandidaten für das Bürgermeisteramt vorschlägt.”

Hier jedoch ist man klar anderer Meinung: Erwin Dahlmanns, Vorsitzender des Gangelter CDU-Gemeindeverbandes, sieht „eine Diskrepanz zwischen den Aussagen in den Kneipen und auf der Straße einerseits und den offensichtlichen Stellungnahmen in dem Verfahren”. Im CDU-Gemeindeverband und in der Gemeinde sei die Frage des Bürgermeister-Kandidaten strittig.

„Wir müssen eine politische Entscheidung treffen, wer für die CDU als Kandidat antreten soll. Dies ist originäres Recht der Mitgliederversammlung am 26. April.” Der Vorstand des CDU-Gemeindeverbandes wolle auf jeden Fall eine Alternative zu Bernhard Tholen anbieten.