Heinsberg: Verdi-Streik im Kreis Heinsberg: Busse im Notfahrplan, eine Kita geschlossen

Heinsberg : Verdi-Streik im Kreis Heinsberg: Busse im Notfahrplan, eine Kita geschlossen

Für Heinsberg sei es ein Novum, frohlockte Verdi-Gewerkschaftssekretär Martin Krupp in seiner Ansprache vor dem Rathaus der Kreisstadt. In der Vergangenheit, so ließ er über sein Megaphon die etwa 100 Streikenden wissen, hätten sich Mitarbeiterinnen aus den Kindertagesstätten noch nie so recht an Streikaufrufen beteiligen wollen, wenn es um die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen gegangen sei.

Doch diesmal sei es anders. In der Tat hatten sich am Dienstagmorgen nicht nur Männer aus dem Öffentlichen Dienst wie von der West Verkehr GmbH mit Trillerpfeifen und Transparenten bewaffnet. Auch zahlreiche Frauen machten ihrem Unmut darüber Luft, dass mittlerweile schon die zweite Verhandlungsrunde zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ohne akzeptables Ergebnis geendet war.

Die Gewerkschaft fordert unter anderem eine Erhöhung der Tabellenentgelte der Beschäftigten um sechs Prozent, mindestens aber um 200 Euro, eine Erhöhung der Auszubildendenvergütungen und Praktikantenentgelte um 100 Euro, eine unbefristete Übernahme der Auszubildenden und eine Anhebung des Nachtarbeitszuschlags in Krankenhäusern auf 20 Prozent.

Im Heinsberger Stadtgebiet führte der Streik der Kita-Mitarbeiterinnen laut Friedbert Görtz, der als Amtsleiter auch für die Kitas zuständig ist, letztlich zu Notbesetzungen in den Kindertagesstätten, um den Betrieb weitgehend aufrecht zu erhalten. In der Kita Magdeburger Straße gelang dies allerdings nicht. „Weil alle Mitarbeiterinnen bei Verdi sind, musste sie geschlossen bleiben.“

Kein West-Busfahrer am Steuer

Wieder einmal vom Warnstreik betroffen war die West Verkehr GmbH. Kein West-Busfahrer saß am Steuer. „Unsere Mitarbeiter sind größtenteils gewerkschaftlich organisiert“, erklärte West-Geschäftsführer Udo Winkens. Die anderen hätten aus Solidarität entweder Überstunden abgefeiert oder Urlaub genommen. So konnte der Notfahrplan wie schon in früheren Jahren nur mit Hilfe der Privatunternehmen, die Vertragspartner der West sind, aufgestellt werden. Auf sechs Linien (SB1, SB 3, 401, 402, 430 und 431) sollte so der Linienverkehr praktisch regulär laufen.

Auf acht Linien (EK1, EK2, EK3, HÜ1, 411, 423, 438 und 439) sollten zumindest für den Schülertransport wichtige Fahrten gewährleistet werden. Dies habe funktioniert, so Winkens, auch bei den Fahrten für die Grundschulen. Alle anderen West-Buslinien seien hingegen ausgefallen. Bei der West-Fahrplanauskunft habe es „jede Menge Anrufe“ gegeben, berichtete Winkens und entschuldigte sich zugleich dafür, dass sich die angekündigte Bereitstellung der Notfahrpläne im Internet bis Mittag verzögert habe.

(her/disch)
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