Selfkant-Höngen: Ursachen von Demenz weiter unklar

Selfkant-Höngen : Ursachen von Demenz weiter unklar

Auf Einladung der Alten- und Pflegeheime St. Josef gGmbH in Kooperation mit dem Caritasverband für die Region Heinsberg e.V. referierte Johannes Fabianek, leitender Arzt der psychiatrischen Institutsambulanz der Gangelter Einrichtungen im Tagespflegehaus im Altenheim Haus Biesen in Selfkant-Höngen vor einem dicht besetzten Auditorium zum Thema Demenz.

In einem zweistündigen fesselnden Vortrag informierte Fabianek einprägsam und lebendig über die Alzheimer-Demenz, welche der häufigste Grund des geistigen Abbaus sei.

Demenz heißt übersetzt „ohne Geist”. Die Ursachen seien auch heute, mehr als 90 Jahre nach der Entdeckung des Leidens durch Alois Alzheimer, weitgehend ungeklärt. Erwiesen sei aber, dass sich in bestimmten Regionen des Gehirns schädliche Eiweißmoleküle ablagerten, die ein Sterben der Nervenzellen in den betroffenen Gehirnregionen verursachten. Das Gehirn könne dann keine Informationen mehr aufnehmen, bereits gespeicherte Informationen nicht mehr abrufen und keine Verbindungen zwischen verschiedenen Informationen mehr herstellen.

In Deutschland gebe es momentan etwa eine Million Erkrankte - Tendenz steigend, da die Menschen immer älter würden. Die Alzheimer Krankheit zeige sich bei jedem Betroffenen etwas anders. Bei einem Verdacht könne man mit entsprechenden Untersuchungsverfahren die Gedächtnisleistung sowie Konzentrations- und Orientierungsfähigkeit messen. Körperliche Untersuchungen, Blutuntersuchungen und spezielle Aufnahmen des Gehirns seien zur weiteren Abklärung erforderlich.

Fabianek betonte jedoch, dass die therapeutischen Möglichkeiten sehr begrenzt sind. Es gebe Medikamente, die im ersten Stadium der Krankheit eine Verschlimmerung hinauszögerten, jedoch nicht heilen könnten. Die weitere medikamentöse Therapie bewirke eine Linderung der Begleitsymptome wie Depressionen, Unruhe und Ängste. Aber gerade die nicht-medikamentöse Therapie, die in der Regel von den pflegenden Angehörigen oder den Pflegekräften im Altenheim durchgeführt werde, könne zum Wohlbefinden des Betroffenen beitragen und die verbliebenen Fähigkeiten stärken.