Wassenberg: Unternehmer geben Jugendlichen Tipps

Wassenberg : Unternehmer geben Jugendlichen Tipps

Das zweite Unternehmergespräch des Gewerbevereins Wassenberg in Gemeinschaft mit der Leitung des Jugendcafés Wassenberg fand in diesen Tagen statt.

Melanie Albrecht begrüßte die Initiative des Gewerbevereinsvorstandes, direkt vor Ort mit den Jugendlichen Kontakt aufzunehmen, um sie mit Chancen, aber auch mit Hürden bei der Suche nach einem Lehr- oder Arbeitsplatz vertraut zu machen.

Vertreter des Kraftfahrzeughandels und -Handwerks, des Elektro-, des Sanitär- und Heizungsbaus, der Informatik, der Baubranche, des Einzelhandels, des Fleischerhandwerks, des Bestattungswesens und des Architekturbereiches waren gekommen. Sie alle stellten ihre persönlichen Berufswege und die Chancen des von ihnen vertretenen Berufszweiges offen dar.

Obermeister Bruno Zahren von der Fleischerinnung machte an einigen Zahlen klar, dass es unbedingt auch persönlicher Bemühungen und Unterstützung bedürfe, um rechtzeitig nach dem Schulabgang eine Lehrstelle zu bekommen. Nur etwa 30 Prozent der Lehrstellen würden durch das Arbeitsamt vermittelt. Im Vorjahr sei die Zahl der Lehrstellen um 10 Prozent, inzwischen bereits um 16 Prozent zurückgegangen.

Ein anwesender Fachbereichsleiter der Betty-Reis-Gesamtschule berichtete über die Bemühungen der Schule, über Betriebspraktika und direkte Kontakte die Lehrstellenvermittlung zu unterstützen. Die Unternehmer rieten den jungen Leuten: Nicht warten, bis die Schulzeit vorbei und das Zeugnis ausgehändigt ist. Persönliche Kontakte und ein guter „Auftritt” seien sehr wichtig.

Bei Ärger mit dem Lehrherrn nicht gleich alles hinwerfen

Ein Heizungsbauunternehmer berichtete, dass seine Firma bereits vor den Schulentlassungen „Eignungstests” mit Bewerbern durchführe. „Flexibilität” hieß ein wichtiges Stichwort: Es bezog sich sowohl auf die Bereitschaft, auch eine andere als die gewünschte Lehrstelle anzutreten, als auch auf den Umstand, dass tägliche Fahrzeiten in Kauf genommen werden müssten.

Auch „Umsatteln” könne manchmal hilfreich sein. Das zeigte das Beispiel eines Kochlehrlings, der vom Landschaftsbau über eine erste Kochlehrstelle in der Gastronomie jetzt in einer guten Lehrstelle ist. Ein junger Mann mit Gesellenprüfung als Maschinenbauelektroniker kann keinen Job finden.

Sein Wunsch, beim „Bund” entsprechend tätig zu werden, scheiterte bisher am fehlenden Wehr- oder Wehrersatzdienst. Dem jungen Mann wurde empfohlen, zum Kreiswehrersatzamt zu gehen und sich nach den notwendigen Voraussetzungen zu erkundigen.

Solche oder ähnliche Beispiele der praktischen Art gab es einige. Wichtig auch waren die Anregungen zu Bewerbungsbriefen und gutem Auftreten bei einem Vorstellungsbesuch. Selbst bei „Knies” mit dem Lehrherrn sollte nicht sofort alles hingeschmissen werden, denn „jeder Chef ist stolz darauf, wenn sein Lehrling prima abschließt und damit auch seinem Unternehmen Ehre macht”.

Persönliche Kontakte zu vermitteln, ist auch weiterhin das gemeinsame Bestreben des Gewerbevereins und des Jugendcafés. Frank Sodermann bedankte sich bei den Unternehmern und bei Melanie Albrecht für ihre Aufgeschlossenheit und Hilfe.