Unmut über Abweichung von B221n-Trasse

Unmut über Abweichung von B221n-Trasse

Erkelenz-Vossem/Wassenberg-Myhl. Gegen die geplante Abweichung von der „alten” Trasse sind Vossemer wie Myhler Bürger - insbesondere aus dem Myhlerfeld - gleichermaßen aufgebracht.

Denn in beiden Fällen reicht die Trasse den Bürgern nun entschieden zu nah an die Orte heran. „Wir sind zwar generell nicht glücklich über die B221n. Aber der Verkehr muss nun mal fließen”, meinten Alberich Claßen, vom Eckartzhof in Vossem, und Ralf Wirtz in einem Gespräch mit der HZ.

Mit dem ursprünglichen Konzept hätten sich die Bürger arrangieren können, meinte auch Leo Schmitz, Vorsitzender des Bezirksausschusses Gerderath.

Doch nachdem die Bürger sich mit dieser Trasse einverstanden erklärt hatten, kam der Schock: Die Trassenführung wurde stark verändert, die versprochene Tieflage von sechs Metern wird höchstwahrscheinlich nicht eingehalten.

So werde das Landschaftsbild erheblich gestört, da nur in kurzer Entfernung zueinander zwei Brückenbauwerke entstünden, kritisierte Ralf Wirtz.

Da die B221n durch eine Entlastung der angrenzenden Orte vom Durchgangs- und Schwerlastverkehr bringen solle, sei auf der Straße mit hohem Verkehrsaufkommen zu rechnen.

Eine Tieflage würde den Bürgern enorme Lärmentlastung bringen, zumal die Trasse nun noch näher rücken solle. Sie würde zudem überwiegend hochwertiges Ackerland durchschneiden. Betroffen davon wäre auch Claßen.

Ursprünglich sollte die B221n zirka 200 Meter entfernt an seinem Hof vorbei laufen. Das sei zwar nicht optimal, aber annehmbar gewesen, kommentierte Claßen. „Es hätte schlimmer kommen können” - und so kam es dann auch. Denn die Straßenführung wurde nicht nur um ein paar, sondern um mindestens 130 Meter Richtung Hof verschoben. So werde dessen Bewirtschaftung stark beeinträchtigt.

Diese Veränderungen seien offenbar auf den ehemaligen Betonsilo (Schelter) zurückzuführen, auf den schon etliche Tonnen Erde aufgeschüttet worden seien, wie Wirtz und Alberich berichteten. Danach solle eine naturbelassene Heidelandschaft entstehen. Aber durch den Beton im Erdreich würde der Wasserhaushalt immens gestört.

Eine Maßnahme, die auf Unverständnis stößt. Denn von idyllischer Natur könne kaum die Rede sein, meinten Wirtz und Claßen. Immerhin lägen dort immer noch Bauschutt, Öl, Beton, Teer und sonstige Altlasten.

Hoffen auf weitere Hilfe seitens der Stadt Erkelenz

Ein Dank gelte der Stadt Erkelenz, die immerhin ein Gespräch bei den Planern der Trasse, beim Landesbetrieb Straßenbau NRW, Niederlassung Mönchengladbach, ermöglicht hatte.

Die Bürger hoffen auch weiterhin auf Hilfe seitens der Stadt, etwa in puncto Tieflage. Niemand wolle die Straße aufhalten, betonte Schmitz: „Die Bürger verlangen nichts Unmögliches, sie wollen nur, dass mehr für sie und die Landschaft getan wird”.

Die Stadt versteht zwar die Bedenken der Bürger, weist aber darauf hin, dass noch nichts beschlossen sei.

So stimme es zwar, dass es Abweichungen von der ursprünglichen Trassenführung geben solle, inwieweit aber, sei noch nicht entschieden, da das Planveststellungsverfahren noch gar nicht laufe, betonte der technische Beigeordnete der Stadt, Ansgar Lurweg.

Frühestens Mitte nächsten Jahres rechne er mit dem Beginn dieses Verfahrens. Dann würde auch die Stadt Erkelenz nochmals zu Wort kommen.