Umsiedlung drückte die Stimmung

Umsiedlung drückte die Stimmung

Borschemich (an-o) - Auch nach über drei Jahrzehnten hat die alljährliche Ausstellung im Haus des Kunsthandwerks in Borschemich weder an Qualität noch Attraktivität verloren. Es sind die international anerkannten und namhaften Künstler verschiedener Kunstrichtungen, die dort austellen.

In ihren Arbeiten machen sie ihre Empfindungen in Bildern, Schmuck, Keramik, figürlichen Arbeiten in Stein, Metall oder Holz einfühlsam sichtbar. Die Kunst, Musik und die Räumlichkeit im Haus des Kunsthandwerks schufen auch diesmal die eindrucksvolle Atmosphäre bei der 31. Kunstausstellung.

Bei der Vernissage fanden sich zahlreiche Gäste, Freunde und Bekannte ein, die Josef Boss auch im Namen seines Bruders Hubert Boss begrüßte. So sehr er sich über die Resonanz freute, etwas Wehmut schwang in der Begrüßung mit. "Gleichzeitig aber bedrückt uns die Zukunft dieser Tradition für die nächsten Jahre. Die Schatten von Garzweiler II kommen immer näher und bedrohlicher über unseren Ort", sagte Josef Boss.

Die aus Frankreich stammende Malerin Mireille Andelu hat nach einer Entwicklung einer besonderen Kunstart "eine Technik der Übertragung von Pflanzenpigmenten auf Papier" und künstlerischer Stoffmuster zur Malerei gefunden: Tiere und Fabelwesen in ausdrucksvollen Acrylfarben.

Minimierte Formensprache

Birgit Flashoff, eine Westfälin, hat einen ganz anderen Weg mit ihren keramischen Objekten eingeschlagen, als der Vertraute in der Gefäßtechnik. In einer minimierten Formensprache und in teils leuchtenden Farben sind ihre Arbeiten ein Blickfang in einem modernen Umfeld. Bei berühmten Keramikern in Italien, Schweiz, Ungarn Frankreich und USA war Ina Helffenstein aus Neuss tätig, ehe sie ihr eigenes Atelier eröffnete. Zu jedem ihrer Objekte hat sie eine ganz persönliche Geschichte.

Als "Kinder der Heimat" bezeichnete Josef Boss den Metallgestalter Robert Jansen. Er wurde in Immerath geboren, wo er am Schmiedefeuer des Vaters die Liebe zum Metall entdeckte. Zusammen mit Angeline de Jong hat er seineWerkstatt in Almelo, im Norden der Niederlande. Seit mehr als zehn Jahren stellt er erfolgreich in den Niederlanden, Belgien und Deutschland aus. Im Kontrast zum Metall stehen die Arbeiten der Niederländerin Angeline de Jong, die ihre Liebe zum Holz entdeckte.
Die Ausstellung ist bis zum 8. Dezember montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr und samstags und sonntags von 11 bis 13 Uhr geöffnet.