Heinsberg: Überzeugende Leistungen der Musikschüler

Heinsberg : Überzeugende Leistungen der Musikschüler

Knisternde Spannung lag in der Luft beim 42. regionalen Wettbewerb „Jugend musiziert”; bei den Prüflingen registrierte man äußerste Konzentration, flatternde Nerven und größte Hingabe, beim mitfiebernden Publikum Daumen-Drücken und absolute Stille.

Namentlich den Gesangssolisten der sechs Altersgruppen wurden professionelle Leistungen abverlangt.

Dabei vollzogen sich diese Leistungsolympiaden fernab von der großen Öffentlichkeit. Involviert waren Jugendliche, denen das aktive Musizieren alles bedeutet und die bereit sind, dafür alles zu tun.

Die Anforderungen waren nicht nur hoch, sie verlangten künstlerische Fähigkeiten, namentlich im Gesang. In den 20 Minuten sollten ein a-cappella-Lied, ein Stück aus dem 20. Jahrhundert und möglichst alle Stilepochen geboten werden, was bis zu acht Stücken beinhaltete.

Manuela Eich und Elisabeth Solowjowa (Erkelenz) sowie Tamara Peters und Christian Brülls (Heinsberg) sangen Werke von Mozart, Cornelius, Brahms, Schumann, Händel, Bach, Rossini, Bernstein oder Honnegger. Alle erreichten 23 Punkte (hervorragender Erfolg). Das bedeutete Weiterkommen.

Alexander Hertkens und Elena Bongartz (beide 22 Punkte) erzielten auch noch einen ersten Preis. Maike Huppertz (20), Vera Maria Kremers (20) und Angela Busari (19) wurden mit einem zweiten Preis ausgezeichnet.

Einen dritten Preis und damit das Prädikat „Mit gutem Erfolg teilgenommen” erhielten Stefanie Schachtschneider, die sich an eine Poernkavatine wagte, und Caroline Lennartz, die ein Lied des Alsdorfer Komponisten Johann Lütter sang, wurden mit einem dritten Preis ausgezeichnet.

Theo Krings war hoch erfreut über die großartigen Ergebnisse. „Wir brauchen uns mit unseren Leuten nicht zu verstecken” stellte der Leiter der Jugendmusikschule Heinsberg mit Genugtuung fest und verwies auf die Erfolge der Vorjahre, als 2003 der Gesangslehrer Guido Jansen Aufsehen mit seinen Musicaleleven erregte.

Dass diesmal der klassische Gesang auch so gut ausfiel, ist doppelt erfreulich, steht er doch bei der Jugend eher im Zwielicht. Die Jury bestand aus Professor Peter Ziehten, Detmold, der seinerzeit in Heinsberg einen Balladenabend gab, Aglaja Camphausen, Köln, Johanna Peine, auch erfolgreiche aktive Sängerinnen und gleichzeitig erfahrene Lehrerinnen, worauf Krings besonderes Gewicht legte.

Parallel zum Gesang lief der Wettbewerb Schlagzeug/E-Gitarre als Pilotprogramm, was bedeutete, dass es hier keine Weiterleitungen gab. Hier hießen die Juroren An-dreas Genschen, Leichlingen, Horst Schippers, Aachen, Steffan Molderings, Neukirchen-Vluyn, Pierre Diske, Moers.

Auch hier gab es sechs Altersgruppen. Heino-Alexander Wiese (23 Punkte), Florian Busch (24) und Tom Goertz (22) hießen die ersten Preisträger, Marx Bezani (20), Daniel Dudek (19), Hendrik Trevisan (18), Dominik Walther (18), Denis Wiemers (18) waren die Zweitplatzierten. Da hier ganze Gruppen, Playalongs oder CDs zum Miteinsatz kamen, schallten die Stücke lautstark nach draußen.

Als Klavierbegleiter wurde Thomas Gottschalk mit 21 Punkten und einem ersten Preis belohnt. Anna Nießen trat in Aachen beim Wettbewerb Klavier solo an. Für ihre Probestücke von Bach, Chopin und Prokofjew errang sie 18Punkte und einen zweiten Preis. Auch diesen Erfolg hält die Jugendmusikschule für besonders bemerkenswert, da hier die Anforderungen noch höher geschraubt wurden.

Im Gegensatz zu den allgemeinbildenden Schulen gehen in der Musik die Standards sukzessiv in die Höhe dankt verbesserter Ausbildungsbedingungen, aber auch dank der Steigerungen des Engagements. Wie heißt es so schön: Ohne Fleiß kein Preis. Was nützt sonst schon die größte Begabung?