Erkelenz: Überwege für Radler tabu

Erkelenz : Überwege für Radler tabu

Bedauerlicherweise, so die Polizei, hat die Zahl der Unfälle mit Fahrradfahrerbeteiligung zugenommen. Dies gilt besonders für das Stadtgebiet Erkelenz.

So wurden im vergangenen Jahr alleine auf der Aachener und Krefelder Straße zwischen der Commerdener Höhe und der Roermonder Straße 20 Unfälle mit verunglückten Radfahrern gemeldet. Dabei wurden drei Personen schwer und 17 leicht verletzt. Nicht registriert sind jene Fälle, in denen die Polizei nicht hinzugezogen wurde.

Häufig sind die Unfälle auf ein Fehlverhalten der Beteiligten zurückzuführen, geben Polizei und Stadtverwaltung zu bedenken. Kritische Situationen treten unter anderem Fußgängerüberwegen auf. Manche Fahrradfahrern sprinten so schnell über Fußgängerüberwege, dass Autofahrern kaum Zeit zum Bremsen bleibt.

„Fußgängerüberwege sind keine Fahrradfahrerüberwege, vielmehr stellen sie ein Angebot an die Verkehrsteilnehmer dar, die Fahrbahn an der betreffenden Stelle fußläufig zu queren”, betont der Erste Beigeordnete Dr. Hans-Heiner Gotzen mit dem besonderen Hinweis auf den Übergang vom Ziegelweiherpark zum Burgparkplatz.

Und Karl-Heinz Frenken, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Heinsberg, ergänzt: „Dies bedeutet, dass Fahrradfahrer an Fußgängerüberwegen absteigen und ihr Fahrrad über die Straße schieben müssen.”

Eine weitere Gefahrenquelle für Fahrradfahrer ist in der Benutzung des falschen Radweges zu sehen. Fahrradfahrer sind grundsätzlich verpflichtet, jeweils den in Fahrtrichtung rechten Radweg zu benutzen. Der in Fahrtrichtung linke Radweg darf nur benutzt werden, wenn dieser durch Verkehrszeichen für die Gegenrichtung freigegeben ist.

Nur auf entsprechend breiten Radwegen ist ein gefahrloser Nebeneinander von gegenläufigen Fahrradströmen möglich. „Derjenige, der einen Radweg verbotswidrig in Gegenrichtung befährt, geht ein erhebliches Sicherheitsrisiko für sich und jene Fahrradfahrer ein, die den Radweg ordnungsgemäß benutzen.

Bei Benutzung des falschen Radweges erhöht sich außerdem das Risiko an Einmündungen und Kreuzungen, da Kraftfahrer nicht unbedingt damit rechnen, dass auf dem linken Radweg von rechts ein Radfahrer naht und dieser daher leicht übersehen wird”, weiß Frenken. Gotzen weist in diesem Zusammenhang auf den Bereich der Erka-Sporthalle und auf die Einmündung des Schulrings auf die Krefelder Straße hin.

Gruppentouren

Nicht zuletzt stellt auch das vor allem bei Gruppentouren teilweise übliche Nebeneinanderfahren eine Unfallgefahr dar. Grundsätzlich gilt, dass Fahrradfahrer einzeln hintereinander fahren müssen, um sich und andere nicht zu behindern.

„Neben einigen baulichen Veränderungen sowie Beschilderungs- und Markierungsmaßnahmen sind die Polizei und die Stadtverwaltung bemüht, über die Verkehrslehrer, Verkehrssicherheitsberater sowie die Bezirksdienstbeamten auf Radfahrer und Erzieher einzuwirken, um das Gefahrenbewusstsein zu erhöhen und eine größere Akzeptanz der Straßenverkehrsregeln zu erreichen” meinen Frenken und Gotzen abschließend.