Erkelenz: TÜV kann das Prinzenpaar nicht stoppen

Erkelenz : TÜV kann das Prinzenpaar nicht stoppen

Glück im Unglück hatte das Erkelenzer Prinzenpaar, Prinz Reinhold I. und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Marion I., zum Höhepunkt des Straßenkarnevals.

Zwar hatte ihr prachtvoller Prinzenwagen dem TÜV-Test nicht standhalten können und wurde folglich erst gar nicht für den Zoch freigegeben, doch erklärten sich in „Nachbarschaftshilfe” ihre Tollitäten-Kollegen aus Lövenich, Prinz Karl-Heinz und Prinzessin Ellen, bereit, den Erkelenzer Regenten ihre Staatskarosse zur Verfügung zu stellen.

Und da das „Rosenmontagskind” MarionI. pünktlich zum Rosenmontagszug auch für den blau-weißen Himmel gesorgt hatte, stand dem prächtigen etwa 2,5 Kilometer langen „Zoch der Extraklasse” mit über 1800 teilnehmenden Karnevalisten in bunten Kostümen und schmucken Uniformen nichts mehr im Wege.

Die Narren standen schon lange, bevor sich der bunte Lindwurm überhaupt in Bewegung setzte, dicht an dicht in der Innenstadt, um auch ja nichts zu verpassen. Nicht nur das Wurfmaterial, das es in Hülle und Fülle gab.

Bei den zahlreichen Abteilungen war viel zu bestaunen, bewiesen die Jecken doch auch in diesem Jahr wieder großen Einfallsreichtum. Gleich mehrfach hatten sich die Narren Fernsehsendungen zum Motto gemacht.

Da waren etwa gleich mehrere Wagen, die die Dschungelstars „Ich bin ein Star, holt mich hier raus” aufs Korn nahmen. Demgegenüber standen die Jungs vom Bau, frei nach dem Motto: „Was nicht passt, wird passend gemacht.”

Da durften auch politische Themen und nette Anspielungen am Rosenmontag wieder nicht fehlen: „Bevor der Staat uns die Kohle klaut, wird diese Hütte eben schwarz gebaut”, hieß es da aus Gerderath. Und während die Junge Union fröhlich sang („Da simmer dabei, dat is prima, viva Europa”), fanden die jungen Liberalen, dass Ulla Schmidt einen Tritt bräuchte: „Werd nicht krank - sonst biste bald blank”, höhnten sie.

Die Grünen blieben derweil mit ihrem Karnevalsmotto in Erkelenz und verkündeten, an den Tenholter Silos jede Menge Sonnenblumen wachsen lassen zu wollen.

Aus Granterath war scheinbar gleich das gesamte Dorf angereist, denn im bunten Lindwurm zogen etliche Granterather Narren mit, die Jranktere Villa Kunterbunt, die Furcht einflößenden Gestalten aus „Fluch der Karibik”, die Truppe, die „Nemo” gefunden hatte, sowie eine prächtige Fantasyworld.

Nicht zu vergessen „Nessi und die Schottejecke”, die ebenfalls aus Granterath angereist waren und bekundeten: „Schottland goes Granterath.”

Zu gut für die Suppe war da die Schwimmabteilung des Turnvereins Erkelenz, und die Handballabteilung machte schon mal die Schotten dicht. Mit von der Partie war auch die Erkelenzer Interessengemeinschaft „Herr der Ringe”.

Richtig Stimmung kam aber nicht zuletzt auch dank der Kapellen auf, zu deren Stimmungshits die Narrenschar am Straßenrand ausgiebig mitsingen und mitschunkeln konnte.

Wie immer bildete die imposante blau-weiße Abteilung der EKG, mit den Tollitäten den Abschluss des bunten Zuges.

Nur eine Truppe wurde vermisst bei dem närrischen Treiben, Dauerteilnehmer am Erkelenzer Zug: Die Luftiküsse waren nirgends zu entdecken. Sie hatten wohl beschlossen, dieses Jahr erstmals nach etlichen Jahren, in denen sie mit Abstand immer die schillerndste Truppe im „Zoch” gewesen waren, am Straßenrand zu feiern.