Türken suchen Hilfe bei der AWO

Türken suchen Hilfe bei der AWO

Kreis Heinsberg (an-o) - Allein in Hückelhoven wohnen derzeit 3169 türkische Mitbürger. Rund 350 aus dem gesamten Kreis suchten im vergangenen Jahr Rat und Hilfe in den AWO-Sprechstunden mit Sozialarbeiter Mehmet Kilic im Gesundheits- und Sozialzentrum in Hückelhoven.

Meistens geht es um Fragen älterer Türken zu Rente, Gesundheit sowie Sozialhilfe, Grundsicherungsgesetz und Aufenthaltserlaubnissen. Schon lange bevor die AWO bundesweit ihren aktuellen Sozialbericht unter das Thema "Das Jahrzehnt der Integration gestalten" stellte, schaffte die AWO auf Kreisebene ein spezielles Beratungsangebot für die türkischen Mitbürger.

Mit Informationen und unbürokratischen Hilfen wird auch auf die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen reagiert und Möglichkeiten aufgezeigt, die Bedürfnisse der Menschen mit dem Gesetz in Einklang zu bringen.

In seiner Arbeitsbilanz 2002 berichtet Mehmet Kilic, dass die Diskussionen um das Zuwanderungsgesetz für Nachfragen, Diskussionsbedarf und teilweise auch für Verunsicherung sorgen.

Erfreulicher Nebeneffekt

Als erfreulichen Begleiteffekt sieht Kilic die Tatsache, dass diese öffentliche Auseinandersetzung bei vielen seiner Landsleute auch das Bewusstsein für verstärkte eigene Anstrengungen auf dem Weg zur Integration geweckt hat. Grundvoraussetzung dafür sei das Erlernen der deutschen Sprache.

So ist für Kilic klar, dass es gerade für die jüngere und mittlere Generation unabdingbar ist, sich in der Sprache ihrer neuen Heimat, die für viele sogar das Geburtsland ist, verständigen zu können. Genauso wichtig ist für ihn auch, dass die hier lebenden Türken an demokratischen Prozessen mitwirken können und Wahlrecht erhalten: "Es kann nicht sein, dass Menschen, die schon seit Jahrzehnten in Deutschland leben und arbeiten, davon ausgeschlossen werden".

Aus vielen der einstigen als "Gäste auf Zeit" verstandenen Arbeitskräfte zur Stärkung der Wirtschaft in konjunkturell besseren Zeiten sind Mitbürger geworden, die nur noch zum Urlaub in die Türkei fahren und hier Familien gegründet haben.