Hückelhoven: „Trio voyage”: Kontrastprogramm zu Karneval

Hückelhoven : „Trio voyage”: Kontrastprogramm zu Karneval

Ein Kontrastprogramm zum Karnevalstreiben bot con brio allen Freunden der Kammermusik.

Unter dem Motto „Iberische Impressionen” lockte das „Trio Voyage” viele n Besucher in die Aula, deren Erwartungshaltung keinesfalls enttäuscht wurden.

Die drei Interpreten des Abends, Anette Maiburg (Flöte), Leszek Potasinski (Gitarre) und Wlodzimierz Gula (Kontrabass) boten ein abwechslungsreiches Programm, das ebenso den Geschmäckern des jüngeren Publikums entgegenkam, wie es den älteren Besuchern gerecht wurde.

Das Einmalige war das „Trio Voyage” selbst. Die Instrumentenkombination von Flöte, Kontrabass und Gitarre in einer Dreiergruppe ist nämlich europaweit einzigartig und stellte damit auch für Hückelhoven eine äußerst ausgefallene Premiere in der Reihe der Konzerte von con brio dar.

Aufwühlend

Zum Auftakt präsentierte die Musikergruppe drei kurze Tanzweisen aus dem 16. Jahrhundert, und bereits an diesem Punkt wurde die Harmonie zwischen Instrumenten und Virtuosen gleichermaßen offenbar.

Als tragendes Element der Stücke brachte Anette Maiburg den akustischen Variationsreichtum ihrer Flöte eindrucksvoll zur Geltung, während Leszek Potasinski und Wlodzimierz Gula im ausgeglichenen Zusammenspiel von Saiten- und Streichinstrument die Grundmelodie der Darbietung entfalteten.

Äußerst überzeugend gestaltete sich auch der Soloauftritt von Leszek Potasinski.

Der aus Warschau stammende Musiker erbrachte mit zwei volkstümlichen Tänzen des renommierten spanischen Gitarristen Gaspar Sanz einen deutlichen Beweis seiner erstklassigen Ausbildung und seiner künstlerischen Bandbreite.

Nicht minder aufwühlend war auch die Einzelpräsentation von Wlodzimierz Gula. Die unruhige und beinah unheilvolle Melodie erzeugte eine geradezu düstere Stimmung, die den Zuhörern fast den Atem stocken ließ.

Deutlich fröhlicher ging es dagegen bei den anschließenden Darbietungen zu, besonders als sich die drei Musiker während der zweiten Hälfte des Konzerts der lateinamerikanisch geprägten Musik und ihren Tänzen zuwandten.

Hingebungsvoll

In einer eigenständigen Interpretation lieferte das Trio mit einer Komposition aus der Feder von Astor Piazzolla einen kurzen Abriss der Geschichte des Tangos vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart.

Die modernen Elemente wie etwa Jazz- und Popeinflüsse brachten die Interpreten auf der Bühne dabei ebenso ausdrucksstark zur Geltung wie die hingebungsvolle Passion, die sich hinter jeder Note verbarg.

Von Emotionalität geprägt war auch das Folgestück „Guajira a mi madre”. Den spektakulären Abschluss bestritt das „Trio Voyage” dann aber wieder in kompletter Besetzung mit dem Stück „Spain” von Chick Corea und untermauerte damit noch einmal seinen Anspruch mit einer außergewöhnlichen Instrumentenkombination musikalische Epochen und Gattungen zu überwinden und seinem Publikum damit ein einzigartiges Klangerlebnis zuteil werden zu lassen.

In Hückelhoven ist den jungen Musikern das jedenfalls eindrucksvoll gelungen.