Kreis Heinsberg: „Trendsetter” in der modernen Gesellschaft

Kreis Heinsberg : „Trendsetter” in der modernen Gesellschaft

„Landleben genießen und gestalten.” Unter diesem Motto stand der Kreislandfrauentag im Saal Sodekamp in Hückelhoven-Hilfarth. Der 1948 gegründete Kreisverband feiert in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen. Im Kreisgebiet sind rund 1000 Frauen im Landfrauenverband organisiert.

Im gesamten Rheinland sind es um die 20.000. Wer bei dem Verband eine verstaubte Vereinigung von weiblichen Dorfbewohnern erwartet, ist auf dem Holzweg. Denn der Landfrauenverband ist auf der Höhe der Zeit. In den Fortbildungsangeboten geht es um modernes Management der landwirtschaftlichen Betriebe, um ernährungswissenschaftliche Themen und Finanzverwaltung.

Die Kreisvorsitzende Ulrike Kamp erinnerte an das Erreichte der letzten 60 Jahre. 1948 galt noch der „Gehorsamkeitsparagraf” im Gesetzbuch, der den Männern absolute Verfügungsgewalt einräumte. Doch gerade in der Nachkriegszeit hätten die Landfrauen ihre Frau gestanden und maßgeblich am Wiederaufbau mitgewirkt. Heute zeigten sich die Landfrauen vielseitig und kreativ und hätten für ihre Heimat und ihren Berufsstand viel erreicht. Heute seien die Landfrauen oft „Trendsetter” in einer sich verändernden Gesellschaft.

Landrat Stephan Pusch erinnerte an die besondere Rolle, die den Landfrauen nach dem Krieg zuteil wurde. Sie halfen durch ihre Arbeit mit, das Land wieder aufzubauen und dem Hunger der Bevölkerung entgegen zu wirken. Auch heute noch stünden sie „mitten im Leben” und seien nicht mehr aus dem politischen und gesellschaftlichen Leben wegzudenken.

Das Berufsbild des Landwirtes unterliege einem Wandel, auf den die Landfrauen frühzeitig und richtig reagiert hätten. Heute bildeten sie eine gesellschaftliche Klammer in den Orten und reagierten auch auf den zunehmenden Trend des Landtourismus. „Bleiben Sie wie Sie sind, denn Sie sind gut für den Kreis Heinsberg”, rief er den Anwesenden zu.

Auch die Vizepräsidentin der Rheinischen Landfrauen, Jutta Kuhles, hob Leistungen und Engagement der Landfrauen hervor. Sie betonte, dass der Verband in den Zeiten des Wandels eine neue Rolle eingenommen habe, und verwies auf die vielen Angebote zur Qualifizierung und Fortbildung. Bodenständigkeit, die den Landfrauen nachgesagt werde, bedeute heute auch, einen „Sinn für das Machbare und Innovationen” zu haben.

Der Vorsitzende der Kreisbauernschaft, Bernhard Conzen, begrüßte die Frauen als erstes männliches Mitglied des Landfrauenverbandes im Kreis. Er lobte die Zusammenarbeit der beiden Verbände und hob hervor, dass in seinem Verband die Arbeit der Frauen besonders geschätzt werde. Die Landfrauen schafften es immer wieder, für Verständnis zu werben und die Anliegen der Bauernschaft ins rechte Licht zu rücken. Die Arbeit des Kreisverbandes bezeichnete er als „nah am Menschen”, weshalb die Vereinigung der Landfrauen eine „unverzichtbare Säule” der gemeinsame Arbeit sei. Er schloss seine Rede mit dem Bekenntnis „gerne Mitglied bei den Landfrauen” zu sein.

Für die musikalische Gestaltung des Treffens sorgte das Jugendorchester des Erkelenzer Musikvereins. Neben dem „Klompetanz” der Heinsberger Tanzgruppe sorgte auch das Landfrauenkabarett „Die wa(h)ren Dorffrauen aus Warendorf” für beste Unterhaltung.

Für ihr langjähriges Engagement geehrt wurden Christa Jaeger, Gertrud und Irene Fell, Annemarie Keulen, Brigitte Schmitz, Sibille Theißen und Christiane Schollmeyer.