Hückelhoven/Erkelenz: Trend: Sparen an notwendigen Reparaturen

Hückelhoven/Erkelenz : Trend: Sparen an notwendigen Reparaturen

Von einem „historischen Tief” sprach Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee, als das Statistische Bundesamt in dieser Woche die Zahl der Verkehrstoten für 2007 vorlegte. Sie war so niedrig wie noch nie seit Einführung der Unfallstatistik im Jahr 1953.

Allerdings: Statistisch gesehen sterben noch immer knapp 14 Menschen pro Tag bei einem Verkehrsunfall. Und es ist durchaus möglich, dass diese Zahl sich in den kommenden Jahren wieder erhöht. Denn seit die Benzinpreise explosionsartig nach oben geschnellt sind, scheinen die deutschen Autofahrer dort zu sparen, wo man eigentlich nicht sparen sollte: Bei der Sicherheit des Fahrzeugs.

„Ja, das kann man ganz eindeutig feststellen: Es kommen immer mehr Autos zur Hauptuntersuchung, die erhebliche Mängel aufweisen.” Hans-Joachim Fries sagt das. Er ist beim Technischen Überwachungsverein (TÜV) Rheinland für die Prüfstellen in den Landkreisen Aachen, Düren und Heinsberg sowie für Aachen-Stadt zuständig. Und er kann seine Aussage mit Zahlen untermauern: „Im vergangenen Jahr haben wir an 19,5 Prozent der Fahrzeuge Mängel, die beseitigt werden mussten, festgestellt. Im ersten Quartal diesen Jahres waren es bereits 21 Prozent.”

Von „zunehmenden Verschleißmängeln”, die an den Fahrzeugen moniert werden, spricht auch TÜV-Mann Hans-Joachim Fries. „Rost”, sagt er, „ist doch für uns längst kein Thema mehr. Heute sind es zum Beispiel abgefahrene Bremsbeläge, mit denen wir uns rumschlagen müssen.” In den Werkstätten des TÜV Rheinland im Bezirk Aachen habe man in den vergangenen Monaten, so Fries, „im Schnitt ein Anstieg der Anzahl der Mängel pro Fahrzeug” festgestellt. Das könne man „durchaus als einen Trend” bezeichnen.

Axel Voormanns hat noch eine Beobachtung gemacht, die den „Sparkurs” der Autofahrer unterstreicht: „Viele kommen zur Prüfung zu uns, um eine detaillierte Mängelliste an ihrem Fahrzeug in die Hand zu bekommen. Mit dieser Liste fahren sie dann in die Werkstatt und sagen: Genau das und nichts anderes soll gemacht werden.” Dann fahren sie zur Nachprüfung und zahlen 12 Euro. So kann man auch sparen.