Tierisches - aber voll daneben

Tierisches - aber voll daneben

Der Ökumenische Kirchentag in Berlin hat den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine Menge an geistig-seelischem Gewinn gebracht. Wer aus dem Kreis Heinsberg dabei war, hat auch gemerkt - wenn er das nicht schon längst wusste - was Provinz bedeutet.

Um uns von den Strapazen der Christenversammlung ein wenig zu erholen - schließlich verbringt man auch Stunden in überfüllten U- und S-Bahnen - sind wir mit unseren Gastgebern aufs Land gefahren und haben dort Max kennengelernt, einen fast 20 Jahre alten grauen Kater aus der Nachbarschaft, der gerne gestreichelt wurde. Vor kurzem, auf der Heimfahrt in die Stadt, hatte Max sich offenbar in den Kofferraum geschlichen und sich dort versteckt. Denn auf einmal war ein klägliches Miauen und Mauzen zu hören. Die "Katzeneltern" sprachen beruhigend auf Max ein und überlegten sich, wie sie es verhindern konnten, dass er bei der Ankunft aus seinem Versteck sprang, um sich dann hilflos in der großen Stadt und ungewohnten Umgebung zu verirren.

Während die verschiedensten Pläne geschmiedet wurden, hörte der Regen auf, der die Drei bis dahin begleitet hatte. Und mit dem Regen gab auch Max keinen Laut mehr von sich. Auch gutes Zureden entlockte ihm keinerlei katzengemäße Antwort. Da endlich gab es das Licht der Erleuchtung: Max war überhaupt nicht mitgefahren. Die Katzengeräusche kamen vom wohl etwas defekten Scheibenwischer am Heckfenster. Die Erleichterung wurde dann ergänzt durch Überlegungen, worauf denn überhaupt noch Verlass sei. Was als philosophische Frage natürlich auch uns, ob in Berlin oder unserem Kreis, im Großen und Kleinen, im Privaten und Öffentlichen tagtäglich begleitet. Und die Antwort ist, je nach den Umständen, oft sehr überraschend und unerwartet.