Kreis Heinsberg: Tiefer Blick in die Sozialstruktur

Kreis Heinsberg : Tiefer Blick in die Sozialstruktur

Instrumente der Sozialberichtserstattung und deren Ergebnisse für den Kreis Heinsberg standen im Mittelpunkt der Beratungen des Ausschusses für Gesundheit und Soziales. Vom Leiter der Stabsstelle Demografischer Wandel und Sozialplanung, Volkhard Dörr, und dem Entwurfsverfasser Norwin Sommerfeld wurde der neue Sozialstrukturatlas 2015 Kreis Heinsberg vorgestellt.

Ergänzend zum Sozialraum-Monitoring des Kreisgebietes und der geplanten Quartiersanalysen ermögliche der Sozialstrukturatlas eine größere Betrachtungstiefe auf Gemeindeebene ebenso wie im Vergleich des Kreises Heinsberg mit den angrenzenden Kreisen, hieß es. Er bildet auf den aktuell verfügbaren Daten (Stand: 2014 zurückreichend bis auf das Jahr 2006) die demografischen Entwicklungen und konkreten Lebenslagen der Bevölkerung auf der Gemeindeebene im Kreisgebiet ab, wie im Ausschuss deutlich wurde.

Als zentrale Lebenslagenbereiche werden der Arbeitsmarkt, die wirtschaftliche Situation der Bevölkerung, die Bildungsabschlüsse, Betreuung und Gesundheit in Bezug zu den Bevölkerungszahlen betrachtet. Die Ergebnisse stehen als Tabellen und grafische Darstellungen zur Verfügung.

Die Daten geben zum Beispiel Hinweise, wie die Bevölkerungsentwicklung bis zum Jahr 2040 sich prognostisch entwickeln wird. Wie hoch der Anteil der unter 18-Jährigen und über 65-Jährigen dann ist, wird ebenso ablesbar sein wie der Anteil der ausländischen Mitbürger an der Bevölkerung. Wie viele sozialversicherungspflichtige Erwerbstätige im Kreis leben, ist ebenso nachvollziehbar wie die Information, wie viele Frauen einen Arbeitsplatz haben.

Daten zur Arbeitslosigkeit Jugendlicher und Langzeitarbeitslosen können vergleichbar herangezogen werden, ebenso sind Datenerhebungen zu den Haushaltseinkommen wie zur Kinder- oder Altersarmut vorhanden, um Entscheidungen in der Sozial-, Jugend-, Bildungs- und Gesund- heitspolitik treffen zu können.

Die Einführung des Sozialstrukturatlas als Bestandteil der Sozialberichterstattung wurde vom Fachausschuss einstimmig beschlossen.

Eine Bestätigung für fortgeschrittene, nachhaltige und vorbildlich integrierte Sozialplanung erhielt der Kreis Heinsberg unterdessen in einer Studie der TH Köln in Kooperation mit der Hochschule Luzern (Schweiz), die bundesweit insgesamt 474 Kommunen untersucht hatte. Demnach gehört der Kreis Heinsberg zu einem von 22 aufgeführten Beispielen für eine gelungene integrierte Sozialplanung, ließ Dörr die Versammlung wissen.

Vom Land gefördert

In dieses Gesamtbild passt die Beteiligung des Kreises Heinsberg an dem landesweiten Förderprogramm „KOMM-AN NRW“ zur Integration von Flüchtlingen, dessen Umsetzung durch das landesgeförderte Kommunale Integrationszentrum (KI) erfolgt. Der Ausschuss beschloss die Beantragung von 1,5 Stellen aus der Landesförderung.

Die Arbeit des KI und die beiden Schwerpunktfelder „Integration als kommunale Querschnittaufgabe“ und „Integration durch Bildung“ stellte der Leiter des KI, Bernd Laprell, den Mitgliedern im Ausschuss vor.

(jwb)