Kreis Heinsberg: Thema Verkehr: Von neuen Stadtbussen zu attraktiven Tarifen

Kreis Heinsberg : Thema Verkehr: Von neuen Stadtbussen zu attraktiven Tarifen

„Wie bewerten Sie die Anbindung Ihres Wohnortes an Bus und Bahn?“ Dies hatten wir im Rahmen unserer Umfrage unter dem Motto „Was bewegt Sie im Kreis Heinsberg?“ wissen wollen. „Gut. Die Region profitiert speziell von der neuen Bahnlinie Heinsberg — ­Aachen“, antworteten dabei 30 Prozent.

„Bus und Bahn nutze ich nur im absoluten Notfall. Die Fahrpläne müssten optimiert werden“, meinten 46 Prozent. „Katastrophal — mit Bus und Bahn würde ich nie ans Ziel kommen“, urteilten 24 Prozent über den Öffentlichen Personennahverkehr. Zwar kann West Energie und Verkehr nicht jeden individuellen Wunsch erfüllen. Aber: Hinweise sind willkommen. So konnten sich unsere Leser mit Anregungen und Vorschlägen, Kritik, Wünschen und Ideen für den Bus-Fahrplan melden. Wir präsentieren eine Auswahl der Leser-Meldungen und die Reaktionen von West-Geschäftsführer Udo Winkens darauf.

West-Geschäftsführer Udo Winkens freute sich über die Meldungen unserer Leser zum Thema Busverkehr.
West-Geschäftsführer Udo Winkens freute sich über die Meldungen unserer Leser zum Thema Busverkehr.

In Erkelenz ist zum jüngsten Fahrplanwechsel im Dezember der Erka-Bus als Stadtbuslinie für die Innenstadt eingeführt worden. Die Leser könnten sich so etwas auch für andere Städte wie Geilenkirchen und Hückelhoven vorstellen. Aber auch grenzüberschreitende öffentliche Verkehrsmittel zwischen Deutschland und den Niederlanden mit Sittard und Roermond stehen auf dem Wunschzettel.

Der Kreis Heinsberg überarbeitet gerade als Aufgabenträger für den Öffentlichen Personennahverkehr den Nahverkehrsplan für den Kreis Heinsberg“, erklärt Winkens. „Der Entwurf sieht unter anderem die Einführung von Stadtbuslinien in Geilenkirchen und Hückelhoven vor.“ Voraussichtlich sollen diese neuen Stadtbusse ab 2015/16 (Geilenkirchen) beziehungsweise 2017/18 (Hückelhoven) rollen. ­Außerdem plane der Kreis die Wiedereinführung grenzüberschreitender Verbindungen nach Sittard und Roermond sowie den Ausbau der Verbindungen aus dem Selfkant nach Heinsberg. Die Entscheidungen müssten aber letztlich von den zuständigen Gremien des Kreises Heinsberg getroffen werden.

Der Multi-Bus ist ein Anrufbus­system. Dass der Multi-Bus nur bis 22 Uhr fährt, findet eine Leserin persönlich zu kurz. „Die Idee des Multi-Busses ist gut, aber er sollte doch bis 24 Uhr bestellt werden können.“

Eine Mobilitätsuntersuchung im Kreis Heinsberg aus dem Jahr 2012 habe gezeigt, dass das Mobilitätsbedürfnis dienstags bis donnerstags nach 21 Uhr deutlich nachlasse, sagt Winkens. „Eine Ausweitung der Multi-Bus-Bedienzeiten in den Abendstunden ist aus wirtschaftlichen Gründen nicht sinnvoll. Wir prüfen allerdings zur Zeit, ob die Ausweitung der Bedienzeiten frühmorgens und in den Ferien wirtschaftlich sinnvoll ist.“

Die Bus-Bahn-Verbindungen zu verbessern, sprich die Anschlüsse zu optimieren — dies wäre aus Sicht vieler Leser wünschenswert.

„In der Regel prüfen wir jedes Jahr im Vorfeld des Fahrplanwechsels, ob die Bus-Bahn-Verbindungen verbessert werden können“, sagt Winkens zu diesem Dauer-Thema. „Probleme gibt es immer dann, wenn die Züge mit Verspätung unterwegs sind oder der Takt aufgrund höherwertiger Anforderungen wie Schulanfangs- und Schulendzeiten verlassen werden muss.“

Preisgünstigere Nahverbindungen und günstige Bus-Bahn-Kombi-­Tickets würde sich so mancher Leser wünschen.

„Das Tarifangebot im Aachener Verkehrsverbund (AVV) umfasst bereits heute attraktive Angebote“, entgegnet Winkens. Senioren könnten beispielsweise mit dem Aktiv-Abo und mit Aktiv-Duo ­kostengünstig die Verkehrsmittel im Verkehrsverbund nutzen. Aber Winkens stellt noch mehr in Aussicht: „Die Arbeitsgruppe ,Tarife für Senioren‘ arbeitet gerade daran, das Angebot für Senioren noch attraktiver zu gestalten, das heißt speziell für den Kreis Heinsberg und ohne die übliche Bindungsdauer von zwölf Monaten.

Als Projekt könnte sich ein Leser eine kostenfreie Bus-Fahrkarte für Senioren gegen Führerscheinrückgabe vorstellen. „Wir können uns eine gemeinsame Aktion mit der Verkehrssicherheitsberatung der Polizei im Kreis Heinsberg vorstellen, bei der interessierte Senioren ihren Führerschein testweise für einen begrenzten Zeitraum abgeben und stattdessen in dieser Zeit öffentliche Verkehrsmittel im Kreis Heinsberg kostenlos nutzen können“, so Winkens.

Mehr Engagement gegen Vandalismus und Verunreinigungen auch an Bahnhöfen und Haltestellen wird angeregt.

„Die Ausstattung unserer Busse mit Videoüberwachung — 59 Solo- und Gelenkbusse von 86 Fahrzeugen verfügen über entsprechende Anlagen — hat sich bezahlt gemacht“, erklärt Winkens. „Die Kosten für die Beseitigung von Vandalismusschäden und Verunreinigungen in unseren Fahrzeugen sind deutlich gesunken. Leider gilt das nicht für die Haltestelleninfrastruktur.“ Das Instandsetzen von Wartehallen und das Beseitigen von Verunreinigungen seien ein Dauerthema. Die West würde sich eine Unterstützung durch engagierte und couragierte Bürger wünschen, die bei der Ergreifung der Verursacher helfen.

(disch)