Heinsberg: Thema Aids: „Vergessen kann tödlich sein”

Heinsberg : Thema Aids: „Vergessen kann tödlich sein”

„Vergessen ist ansteckend!” lautete das Motto einer Informations- und Diskussionsrunde des FDP-Jugendteams Heinsberg und der AWO-Aidsberatung im evangelischen Jugendheim „Arche” zu Vorbeugungsmaßnahmen gegen HIV-Infektionen und Aids.

Als fachkundige Referentin begrüßten Jugendteam-Sprecher David Stolz und der stellvertretende Ortsverbandsvorsitzende Stefan Lenzen Sozialpädagogin Renate Kaspar, Leiterin des Aids-Beratungs- und Hilfsdienstes beim AWO-Kreisverband Heinsberg.

Das Treffen war Auftakt einer losen Reihe von Veranstaltungen, mit denen der FDP-Nachwuchs regelmäßig Themen aufgreifen will, die besonders für Jugendliche interessant sind.

Aidsberaterin Renate Kaspar informierte zunächst über ihre kreisweite Aufgabe, die Bevölkerung kontinuierlich für die Aidsproblematik zu sensibilisieren und Vorbeugungsmaßnahmen aufzuzeigen.

Besonderes Augenmerk gelte dabei den Jugendlichen, berichtete Kaspar, dass dazu regelmäßig Infoveranstaltungen in Schulen und Jugendheimen sowie bei Vereinen und Firmen stattfänden.

All dies geschehe in Zusammenarbeit mit dem Kreisgesundheitsamt, wo auch kostenlose HIV-Tests durchgeführt würden.

Unverständnis wurde aus den Reihen darüber geäußert, dass die Kosten für HIV-Tests nicht grundsätzlich von den Krankenkassen übernommen würden.

Nach dem Informationsstand von Renate Kaspar seien im Kreis etwa 50 Personen mit dem HIV-Virus infiziert. Wie Kaspar weiter berichtete, könne man von einer ebenso hohen Dunkelziffer ausgehen.

Diese Zahlen seien Anlass zum Hinweis, dass auch die ländliche Region „keine HIV- und Aids-freie Zone ist”. Neben einem verantwortungsvollen Sexualverhalten sei die Benutzung von Kondomen ein guter Schutz.

Kondome und bunte Comics zu dieser Thematik gehören so auch zum unkonventionellen „Info- und Lehrmaterial” der Aidsberaterin.

„Vergessen ist ansteckend!” lautet deshalb die Botschaft von Renate Kaspar, die sie im weiteren Gespräch mit dem Zusatz ergänzte: „...und kann tödlich sein!”

Der Aids-Beratungs- und Hilfsdienst befindet sich im AWO-Gesundheitszentrum Hückelhoven, Bauerstraße 38, 02433/901730.