Erkelenz: Tenholter Bürger sagen geplanten Silos Kampf an

Erkelenz : Tenholter Bürger sagen geplanten Silos Kampf an

Die Bürgerfront gegen die geplante Ansiedlung eines Agrarzentrums der Raiffeisen-Waren-Genossenschaft (RWG) nahe Tenholt steht felsenfest.

Auf einer Fläche von 60 000 Quadratmetern sollen zwischen Tenholter Straße, Bahntrasse und Kreisstraße 32 unter anderem 25 Meter hohe Siloanlagen zur Lagerung landwirtschaftlicher Erzeugnisse errichtet werden.

Unmissverständlich machte eine ganze Reihe von Tenholter Einwohnern im Verlauf des CDU-Stammtisches am Freitagabend klar: „Wir wollen die Silos nicht!”

Diese würden durch ihre Höhe das Landschaftsbild verschandeln, außerdem sei mit einer drastischen Zunahme des Verkehrsaufkommens zu rechnen, so die zentralen Argumente.

Einige Redner monierten des weiteren, dass die angedachte Einlagerung chemischer Düngemittel je nach Umfang ein nicht unerhebliches Gefahrenpotenzial darstelle.

Werner Engels, der Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Erkelenz Mitte, lenkte ein: „Wir nehmen Ihre Probleme ernst und sind darum bemüht, sie zu lösen.”

Eines jedoch könne letztlich kaum vermieden werden: „Wir treten sicherlich irgendjemandem auf die Füße.”

Laut Engels ist das Erkelenzer Stadtgebiet ein stark landwirtschaftlich geprägter Raum, der insgesamt 230 landwirtschaftliche Betriebe beherberge. Deshalb sei es keinesfalls abwegig, über den Bau eines Agrarzentrums nachzudenken.

Ob der Rat in letzter Instanz seine Zustimmung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan der RWG gebe, stehe auf einem anderen Blatt. Der Flächennutzungsplan jedenfalls erlaube es, Gewerbe anzusiedeln.

Auch die teilweise Bebauung von Landschaftsschutzbereichen könne durch die Schaffung von Ausgleichsflächen wieder aufgefangen werden.

Der Protest der Tenholter ließ nicht lange auf sich warten: Niemand sei im Vorfeld auf die Anwohner zugegangen und habe nach ihrer Meinung hinsichtlich der „riesengroßen, hässlichen Anlage” gefragt. „Es wird eine Wand errichtet zwischen Tenholt und Erkelenz”, gab der Tenholter Pfarrer Rohrmann zu Bedenken.

Bis jetzt würden die Politiker lediglich Sachfragen erläutern, sich jedoch nicht um die Belange der Menschen kümmern.

Manfred Matz, ein betroffener Bürger, zeigte sich kämpferisch: „Wir werden alles tun, damit dieser Bebauungsplan nicht rechtskräftig wird.” Matz sah vor allem das öffentliche Wohl gefährdet.

Unverständnis herrschte innerhalb der Tenholter Delegation über das Verhalten der Mitglieder des Stadtentwicklungsauschusses. „Was hat die CDU-Ratsherren bewogen, ihr Ja zu diesem Vorhaben zu geben?”, wollte Heinz-Rudi Heinze, einer der Initiatoren der Bürgerbewegung, wissen.

Einige Ratsvertreter gaben zu, zum damaligen Zeitpunkt die jetzt erhobenen Einwände schlichtweg nicht gesehen zu haben. Der Ortsverbandsvorsitzende wies darauf hin, dass sich nahezu alle relevanten Flächen nicht im Besitz der Stadt befänden, sondern von der RWG aufgekauft worden sind.

Die Stadt entscheide lediglich über Bauanträge und nicht über die wirtschaftliche Notwendigkeit von Unternehmensansiedlungen, verteidigten sich die Politiker, nachdem Zweifel an einem tatsächlichen Bedarf des Agrarzentrums geäußert wurden. Zwar rechne die Verwaltung mit einem Mehr an Verkehr, doch sei die Tenholter Straße dieser Belastung durchaus gewachsen.

Darüber hinaus beschränke sich die Erntezeit auf fünf bis zehn Tage pro Jahr. Und das Wichtigste: Der landwirtschaftliche Verkehr werde an Erkelenz vorbei geführt. Das sahen die betroffenen Bürger wiederum ganz anders. Die Straße sei sehr eng, besonders Radfahrer hätten kaum Ausweichmöglichkeiten.

Zur anscheinend geplanten Schaffung von 20 Arbeitsplätzen auf dem 60 000 Quadratmeter großen Terrain sagte eine Teilnehmerin: „Das ist lächerlich.” Die meisten Angestellten würden ohnehin den bisherigen Standorten der RWG in Wegberg, Rheindahlen, Herrath und Erkelenz entnommen.