Mainz/Selfkant: Tag der Deutschen Einheit: Mainzelmännchen am Zipfelzelt

Mainz/Selfkant : Tag der Deutschen Einheit: Mainzelmännchen am Zipfelzelt

Die offizielle Zählung ergab: Über 500.000 Besucher waren beim Deutschen Einheitsfest in Mainz dabei. Auf der Ländermeile, auf der auch das Zipfelzelt des Zipfelbundes stand, war es richtig voll. Gemeinsam Sylt, Görlitz und Oberstdorf präsentierte sich dort der Selfkant.

Schon der Auftakt am Montag, 2. Oktober, war beeindruckend, doch am Dienstag nach dem offiziellen Festakt im Mainzer Dom und in der Rheingoldhalle strömten die Besuchermassen durch die Stadt. Das Zipfelzelt war an der Ecke Gutenbergplatz in Richtung Dom aufgebaut, ein optimaler Platz, denn aus vier Richtungen strömten die Menschen auf den Platz. Gleich neben dem Zipfelzelt sendete ein Radiosender im Glashaus live vom Deutschlandfest. Viele Neugierige reckten dort die Hälse — und schauten auch gleich ins Zipfelzelt hinein.

Im Fokus der Kameras

Die Mitglieder des Musikvereins St. Gregorius Saeffelen werden die Reise nach Mainz nicht so schnell vergessen. Am Tag der Deutschen Einheit gab es einen Festzug des Zipfelbundes vom Zipfelzelt aus bis zum Zelt des Gastgeberlandes Rheinland-Pfalz. Dies waren geschätzt rund 400 Meter. „Wie kommen wir denn da durch?“, fragten sich die Musikfreunde aus Saeffelen, die zuvor beim ersten Platzkonzert vor dem Zipfelzelt bereits Aufsehen erregt hatten. Gleich drei Fernsehsender ließen ihre Kameras laufen, als der Musikverein spielte und so konnten abends auch die Fernsehzuschauer an den Auftritt betrachten.

Andre Mobers, der als Delegationsleiter des Zipfelbundes, vor dem Festzug mit den musikalischen Landsknechten aus Görlitz und den Alphornbläsern aus Oberstdorf schritt, hatte die Ruhe weg. „Wir spielen uns den Weg frei“, lachte Mobers und ging voran. Als die Musik erklang, marschierten die Musiker sowie die vier Bürgermeister des Zipfelbundes samt Delegationen los ... und siehe da: Die Masse machte den Weg frei.

Auf der Bühne des Gastgeberlandes Rheinland-Pfalz wurde der Zipfelbund zunächst vom SAT1-Moderator Marcus Appelmann begrüßt. Die vier Bürgermeister machten kurz Werbung in eigener Sache. Anschließend übernahm Herbert Corsten die Moderation und erklärte kurz die Bedeutung des Zipfelpreises, der mit 4000 Euro dotiert ist und seit 2008 jährlich verliehen wird.

Diesmal ging der Preis an die Gesellschaft für Armut und Gesundheit Mainz. Damit wurde das Engagement von Prof. Dr. Gerhard Trabert gewürdigt. 1997 hat er den gemeinnützigen Verein gegründet, der sich mit verschiedenen Hilfsprojekten für arme und kranke Menschen engagiert. Ein großes Ärzteteam sowie viele ehrenamtliche Helfer stellen sich auf die Seite der Schwachen. Sie sind nicht nur in Mainz, sondern auch an Krisenherden aktiv.

Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie in Rheinland-Pfalz) hielt eine beeindruckende Laudatio, in der sie das ehrenamtliche Engagement würdigte.

Nach dem Festzug zog der Musikverein am Nachmittag spielend zum Bayernzelt. Die Oldies um Arno Vraetz spielten sich in die Herzen der Zuhörer. Besonders die Eigenkompositionen zum Deutschlandfest begeisterten nicht nur NRW-Ministerpräsident Armin Laschet.

Zipfelschnaps und Zipfelpass

Der Politiker aus Aachen wurde zum ersten Mal im Zipfelzelt begrüßt. Auch in den Jahren zuvor war das Zipfelzelt schon Anlaufpunkt vieler namhafter Politiker gewesen. Herbert Corsten bat Armin Laschet zum Zipfelschnaps und überreichte ihm den Zipfelpass. Der Ministerpräsident bewies Bürgernähe am Zipfelzelt. Nach dem Spiel der Alphornbläser aus Oberstdorf, versuchte sich Laschet selbst an dem traditionellen Instrument und entlockte dem Alphorn tatsächlich einige Töne — die Menge jubelte.

Bereits am Vorabend hatte der Ministerpräsident zu später Stunde die Party im NRW-Zelt besucht. „Ich habe davon gehört und bin überwältigt“, sprach ein begeisterter Armin Laschet gen Mitternacht ins Mikrofon.

Herbert Corsten zog nach zwei Tagen in Mainz ein sehr positives Fazit. Er dankte der Mannschaft um Andre Mobers, Lisa Backhaus und Kyra Nandzik für eine tolle Repräsentation der Gemeinde Selfkant. Im kommenden Jahr geht es übrigens nach Berlin.