Wegberg: Tafel leistet mehr als Ausgabe von Nahrungsmitteln

Wegberg : Tafel leistet mehr als Ausgabe von Nahrungsmitteln

„Man muss immer wieder auf die Zustände hinweisen, damit sich etwas ändert”, lautet das Credo von Gabriela Jansen. Dabei könnte auf die Vorsitzende der Wegberger Tafel auch der Satz Erich Kästners „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es” passen.

Die Tafel in Wegberg leistet für ihre Kunden weitaus mehr als die Abgabe von Nahrungsmitteln. Wo immer Not am Mann ist, schaltet sich die Tafel ein. So sehen Jansen und ihre Mitstreiter es als normal an, dass sie nicht nur Spenden nehmen, sondern auch davon abgeben. So konnte nach einer Spende der Sparkasse in Höhe von 7500 Euro wieder einiges in die Wege geleitet werden.

Ein regelmäßiger Tafelbesucher, der sich als Fensterputzer selbständig macht, wurde für die Grundausstattung finanziell ebenso unterstützt wie ein anderer, dem beim Führerschein unter die Arme gegriffen wurde. „Ihm fehlten nur ein paar hundert Euro für den LKW-Führerschein”, so Jansen. Umso erfreulicher war natürlich, dass er auch eine Anstellung als Fahrer fand und nun in kleinen Raten das Geld zurückzahlt. Mit dieser Hilfe zur Selbsthilfe habe man bisher noch immer Erfolg gehabt, betont Jansen.

Oft seien es „Kleinigkeiten”, an denen das Vorankommen der Kunden scheitere. So schaltet sich die Tafel oftmals da ein, wo der öffentlichen Hand dieselbe gebunden ist. Von der Bevölkerung wird die Arbeit der Tafel inzwischen durchaus unterstützt. In regelmäßigen Abständen bietet die Tafel auch Ausflugsfahrten an. Im Mai war man gemeinsam im Kevelaer und in der vorigen Woche nahmen rund 40 Tafelkunden und ihre Kinder an einem Ausflug ins Freiwildgehege nach Gangelt teil. Neben vielen Sachspenden gehen auch immer wieder Geldspenden ein.

„Ein Teil der 700 Euro, die wir als Tafel an Abb? George überwiesen haben, stammt von privaten Spendern”, freut sich Jansen. Dass das Geld auch für gute Zwecke weiterverteilt wird, sei den Spendern durchaus bewusst. Auch der Wegberger Verein „Helping Hands”, der sich für den Bau von Schulen in Afrika einsetzt, wurde mit 500 Euro bedacht. Die Kunden der Tafel engagieren sich auch regelmäßig. So wurden mehrmals die verwaisten Grünflächen der Stadt mit Blumen bepflanzt oder Müll eingesammelt, der achtlos in die Umwelt geworfen worden war.

Mit ihrer Arbeit legt die Tafel auch schon einmal die Finger auf die eine oder andere Wunde. Denn neben dem Krankenhaus gehören die sozialen Fragen derzeit zu den durchaus kontrovers diskutierten Themen in Wegberg. So ist der Rat mit einigem Handlungsbedarf in sozialen Fragen in die Sommerpause gegangen. Es stehen für die Zeit nach den Ferien bereits eine ganze Reihe von Themen an, die von Sozialdemokraten und Grünen ins Rennen gebracht worden sind. Neben den Unterkünften am Philosophenweg ist dies vor allem auch die Unterbringung von Asylbewerbern und Obdachlosen in Arsbeck. Themen, die auch von Jansen und der Wegberger Tafel immer wieder angestoßen werden.