Kreis Heinsberg: Tabakvorbeugung an Grundschulen

Kreis Heinsberg : Tabakvorbeugung an Grundschulen

Ein Klassenzimmer des vierten Schuljahres: Zigarettenschachteln, Bilder von rauchenden Menschen, Kleber und Stifte liegen verteilt im Raum, darum quirlige Kinder. „Ich male eine Zigarette”, ruft ein Junge. „Mit einem roten Verbotsschild darum”, ergänzt ein anderer.

Was wie eine fröhliche Bastelstunde mit für Kinder verbotenen Materialien aussieht, ist ernsthafter Unterricht, erklärt Yvonne Michel, beim Gesundheitsamt zuständig für Suchtvorbeugung. „Die Kinder entwickeln Nichtraucher-Werbung mit leeren Zigarettenschachteln und Bildern aus Magazinen, die sie bei Verwandten und Bekannten gesammelt haben. So setzen sie sich mit den Strategien der Werbung auseinander und entwickeln eigene - nur gegen das Rauchen.”

Eine Arbeitseinheit von vielen, die Teil der Projektwoche „Tabakvorbeugung in der Grundschule” ist, an der sich vom 5. bis 9. Mai wieder acht Schulen mit 20 Klassen im Kreis Heinsberg beteiligen. Dieses Projekt wird nun im sechsten Jahr in Folge vom Gesundheitsamt des Kreises sowie der AOK durchgeführt. Verstärkung erhalten die Grundschulen durch angehende Erzieherinnen und Erzieher vom Berufskolleg Ernährung - Sozialwesen - Technik in Geilenkirchen. Sie unterstützen die Lehrer im Unterricht, leiten Rollenspiele zum Üben von „Nein sagen” an und erklären über gesundheitliche Risiken des Rauchens auf spielerische Art und Weise auf.

„Besonders der Übergang von der Grund- zur weiterführenden Schule stellt für viele Kinder einen Umbruch dar”, weiß Klaus Poschen von der AOK. „Sie müssen sich erst noch an die Gegebenheiten der neuen Schule gewöhnen. Um älter und cool zu wirken sowie um Schulstress abzubauen, beginnen viele Kinder dann zu rauchen.” Deshalb sollten sich die Kinder schon vor dem Schulwechsel kritisch mit dem Thema Rauchen auseinandersetzen, um die im Grundschulalter eher vorherrschende Nichtraucher-Haltung zu stärken. Erreicht werden soll möglichst eine lebenslange Tabakabstinenz, zumindest aber eine Verschiebung des frühen Einstiegsalters nach hinten, da das Rauchen in jungen Jahren besonders gesundheitsschädlich ist und das Risiko einer späteren Nikotinabhängigkeit extrem steigt.

Die Zahlen der euregionalen Jugendbefragung im Kreis Heinsberg belegen, dass solche und ähnliche Projekte Erfolg versprechend sind. „Immerhin sind die Zahlen der rauchenden Jugendlichen in den achten Klassen um elf Prozent und in den zehnten Klassen um fünf Prozent gesunken”, erläutert Yvonne Michel.

An dem Projekt „Tabakvorbeugung in der Grundschule” beteiligen sich diese Grundschulen im Kreis Heinsberg: Schule der Begegnung, KGS Gangelt II (Birgden), Klassen 4a, 4b und 4c; GGS Geilenkirchen, Klasse 4a; Janusz-Korczak-Schule; Geilenkirchen-Beeck, Klassen 2 und 4; GGS Rath-Anhoven, Klasse 4; Astrid-Lindgren-Schule Erkelenz, Klassen 4a und 4b; Katholische Grundschule Würm, Klassen 4a und 4b; Erich-Kästner-Schule, Wegberg, Klassen 4a - 4f; Nikolaus-Schule Breberen, Klassen 4a, 4b und 4c.