Synode des Kichenkreises in Hückelhoven

Synode des Kichenkreises in Hückelhoven

Kreis Heinsberg. Die Kirche bekommt Konkurrenz - von einer neuen, ökonomisierten Form des „Glaubens”.

Zumindest die Synode des Kirchenkreises Jülich glaubt daran. Demnach würde die Leitfrage also lauten: Inwieweit ist der Weltmarkt zu einer religiösen Kategorie geworden? Diesen maßgeblichen Aspekt und weitere des Schwerpunktthemas Globalisierung versuchten die 120 Synodalabgeordneten am Freitag und am Samstag im evangelischen Gemeindezentrum in Hückelhoven zu ergründen.

„Früher waren die Kirchen die größten Bauwerke in einer Stadt”, so Superintendent Klaus Eberl zur „Vergötterung” des Kapitals. „Heute bauen Banken die eigentlichen Kathedralen.”

Furchtbare Folgen befürchtet er für den Fall, dass immer mehr auf das Selbstregulativ des Marktes gesetzt werde. Ungehemmter Handel führe nämlich nicht zur Wohlfahrt für alle. Eberl: „Die 330 reichsten Menschen der Welt sind zusammen genommen genauso reich wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung." Aus diesem Grund seien Regulative zwingend erforderlich, und Verantwortung dafür würden die einzelnen Staaten tragen.

Nach intensiven Beratungen hat die Synode einen Aufruf zum „Bund für wirtschaftliche, soziale und ökologische Gerechtigkeit” beschlossen. Darin heißt es: „Eine Wirtschaft, die sich keinen ethischen Regeln unterwirft, zerstört das Leben der Menschen und ihrer Umwelt.” Die Leitungsgremien der Landeskirche seien dazu aufgefordert, sich verbindlich für die „Überwindung wirtschaftlicher und sozialer Ungerechtigkeit und der ökologischen Zerstörung” einzusetzen.