Wassenberg-Birgelen: Stück Heimat ins Bild gesetzt

Wassenberg-Birgelen : Stück Heimat ins Bild gesetzt

Über Jahrzehnte hat Franz-Josef Breuer, seit kurzem auch „Ehrenbürger der Stadt Wassenberg”, Bildmaterial und Informationen gesammelt, um den Werdegang des Ortes Birgelen mit seinen vielen Veränderungen kennen und schätzen zu lernen.

In seinem Bildband „Früher und heute” wird die Geschichte Birgelens lebendig, die durch die Christianisierung ab dem 7. Jahrhundert besonders populär ist, aber schon viel früher, nämlich in der Römerzeit durch die alte Heerstraße gekennzeichnet ist, die von der Eifel bis zur Maas führte und im Raume Wassenberg-Birgelen eine besondere Bedeutung hatte durch ihre Führung entlang dem „Wassenberger Horst” (Höhenzug) mit (vermuteten) Wachstationen und der späteren Bergkirche am westlichsten (Birgelener) Zipfel.

Die älteste Taufkirche

Die 1860 abgebrochene Bergkirche Birgelen gilt als älteste Taufkirche im gesamten Bereich bis nach Dülken (Dülkener Taufpfade). Die „Heerstraße” - so heißt sie heute noch in einem Teil von Ratheim - war auch eine alte Handelsstraße, an der die Bewohner siedelten und die im Laufe der Generationen manche Veränderung auch ihres Namens erfuhr. Die Gespräche und Sammelaktionen von Franz-Josef Breuer und vor allen die Zusammenfassung der genealogischen und wirtschaftlichen Entwicklungen, die in diesem Bildband ersichtlich werden, böten sogar noch Raum und Gelegenheit zu weiteren Forschungen. Allein schon die Adelssitze böten noch Stoff für Nachforschungen. Eine besondere Rolle spielt die frühe Entwicklungsarbeit der Hausweberei als wichtigstem häuslichen Erwerbszweig. Das gesamte örtliche Gewerbe, die Wohnsitzen der Familien, schließlich auch der bedauernswerte Abriss mancher schöner Häuser durch die Bergschäden der 70er Jahre - Franz-Josef Breuer hat sie zusammengetragen in einer Vielzahl von Gesprächen und Fotoaufnahmen.

Anerkannter Briefmarkensammler

Der Betrachter und Leser fragt sich: „Wann hat Franz-Josef Breuer das alles gemacht neben seinem Beruf als Schuhhauskaufmann und anerkannter Briefmarkensammler, der sogar aus Bundesebene ausgezeichnet worden ist?” Das mit mehr als 200 Fotografien „dekorierten” Pfarrheim war bis auf das letzte Plätzchen gefüllt. Soviel Interesse gab es bisher nur selten.

An der vielgeschichtlichen Entwicklung Birgelens seit der Frühzeit haben schon manche Heimatforscher lange und gründlich „Maß genommen”. Aber in dieser Form der vielgestaltigen Bildform ist eine Rarität. Das alles ist nicht „Nostalgie”: Das ist ein Stück „Heimat”, von einem Ur-Birgelener in mehr als zehn Jahren erstellt und ein Vermächtnis nicht für nur eine Generation. Am Schluss der auch sehr unterhaltsamen und lebhaft verlaufenen Vorstellung im Pfarrheim gab es eine „echt Birgelener Szene”: Pfarrer i.R. Hubert Sieberichs, Sohn einer alteingesessenen Birgelener Familie, wollte von Fr. J. Breuer partout wissen: „Wo stand eigentlich mein Elternhaus, in dem ich geboren bin? Ich weiß nur, dass es neben der alteingesessenen Gaststätte Bauer am Marktplatz war”. Auch das wusste Franz-Josef Breuer: „Das war das kleine Häuschen neben der Gaststätte. Es steht nicht mehr, Es wurde zusammen mit dem Abriss des ehemaligen Klosters auch abgerissen”.

Weihe im Aachener Dom

In dem kleinen Haus wohnten die Eltern Sieberichs. Zwei ihrer Söhne wurden Priester. Sohn Hubert Sieberichs, der seinen Altersruhesitz in seinem Heimatort nahm und noch immer ausgesprochen eifrig in der Seelsorge und im kirchlichen Dienst tätig ist, feiert am Sonntag, 24. Juli, in der Lambertus-Kirche den Festgottesdienst zum Priesterjubiläum. Pfarrer Sieberichs war am 2. Juli vor 60 Jahren im Dom zu Aachen zum Priester geweiht worden.