Klinkum: Strittiges Pflaster: Römerstraße wurde eingeweiht

Klinkum : Strittiges Pflaster: Römerstraße wurde eingeweiht

Alles neu macht in diesem Fall der triste Monat November: Am Freitag wurde die Römerstraße offiziell der Bevölkerung in Klinkum übergeben.

Die Bauarbeiten sind nahezu abgeschlossen, nur die fehlende Bepflanzung und die Feindecke, die an manchen Stellen noch nicht aufgetragen ist, verringern ein wenig das Bild einer perfekten neuen Straße.

Trotzdem kann sich das Pflaster sehen lassen. Als „Baugebiet, in dem sehr viele junge Familien mit Kindern wohnen, was für das Dorf und seine Infrastruktur gut ist”, charakterisiert Bürgermeisterin Hedwig Klein die Gegend. Bei der offiziellen Eröffnung sind aber gerade diese Familien dem Festakt ferngeblieben. Vielmehr kommen die „alten Anwohner”, diejenigen, die lange Jahre mit einem kleinen Wirtschaftsweg hinter dem Haus lebten.

Geringere Belastung für die Anwohner

Und eben diese Gäste verkünden offen ihr Missfallen. Denn sie müssen für die neue Straße finanziell mit aufkommen. Doch Klein hat eine gute Nachricht im Gepäck: „Auf die Anlieger kommt eine geringere Belastung zu, als seinerzeit von der Verwaltung berechnet.”

Rudolf Fabry, Technischer Beigeordneter der Stadt, nennt die Fakten dazu: „Sehr erfreulich ist, dass wir nicht mehr von 25 D-Mark pro Quadratmeter ausgehen, sondern mit etwa 20 D-Mark rechnen.”

Betroffen sind die, deren Grundstück an die Römerstraße grenzt. Ein Eckhausbesitzer, der mit Namen nicht genannt werden möchte, hat für sich schon gerechnet: „Für mich sind das Kosten zwischen 40 000 und 45 000 D-Mark”, so der Mann.

Im Großen und Ganzen findet er die Straße „zu groß, zu teuer und zu laut”. „Wir”, und damit spreche er für die „alten Anwohner”, „haben uns eine einfache Asphaltstraße gewünscht.”

Waltraud Hillen aus dem Neubaugebiet hingegen moniert die Breite des Pflasters: „Die Straße ist im mittleren Bereich auf jeden Fall zu eng, der Bürgersteig zu breit.”

Zumal in Klinkum sowieso niemand den Bürgersteig benutze: „Fahrradfahrer, Kind, Pferd - alles nutzt die Straße”, weiß Hillen, die seit eineinhalb Jahren hier wohnt.

Deshalb finde sie, dass bei den Baumaßnahmen nicht wirklich an die Bürger gedacht worden sei. Und für die Nachbarn, Freunde und Anwohner kann sie bestätigen: „Keiner ist zu 100 Prozent begeistert.”