Heinsberg: Strahlende Kinderaugen als Lohn einer kreativen Idee

Heinsberg : Strahlende Kinderaugen als Lohn einer kreativen Idee

„Strahlende Kinderaugen”, sagt Sandra Krüppel, wenn die Heinsberger Grafikerin gefragt wird, was für sie der größte Erfolg ihrer tollen Weihnachtsaktion wäre.

Und ihr Mitstreiter Uwe Pfeil vom gleichnamigen Coiffeur-Team kann sich dem nur anschließen. „Denn, wer selber in guten Verhältnissen und wohlbehütet aufgewachsen ist, sollte auch einmal an die Kinder denken, die nicht dieses Glück hatten”, meint die 34-Jährige.

„Es geht so vieles an Spenden nach Afrika oder in andere Länder, aber auch im Kreis Heinsberg gibt es bedürftige Kinder”, dachte sich Uwe Pfeil. Daher sollten in diesem Jahr möglichst viele Kinder mit einem Geschenk überrascht werden und möglichst viele Menschen in diese Aktion eingebunden sein.

In Kooperation mit dem Jugendamt der Stadt Heinsberg, dem Heimverbund für die Region Heinsberg und dem Jugendhaus Altes Kloster Marienberg waren die Adressaten für die Geschenk-Aktion zum Weihnachtsfest rasch gefunden. „Wir waren von der Idee sehr angetan”, so Heinrich Aretz, der Leiter des Jugendamtes.

Die Aktion böte die Möglichkeit, dass Kinder in den Heimen noch ein hübsches kleines Weihnachtsgeschenk bekämen, das über das hinausgehe, was die Jugendhilfe zu leisten im Stande sei. „Eine ähnliche Aktion haben wir 1997 schon einmal erlebt”, so Aretz. Damals seien es die kanadischen Streitkräfte in der Selfkant-Kaserne gewesen, die eine heimatliche Tradition kurzerhand in die Region verlagert hätten.

Dass die jetzige Aktion eine solch durchschlagende Resonanz erzielen würde, überraschte Sandra Krüppel und Uwe Pfeil dennoch. „Dass es so bombig ankommt, damit habe ich nicht gerechnet”, sagt die junge Frau. Sandra Krüppel entwarf einen Wunschzettel, auf dem der Name des Beschenkten und sein Wunsch, der einen finanziellen Aufwand von zehn bis zwölf Euro nicht überschreiten durfte, vermerkt ist.

Diese Wunschzettel wurden dann im Salon des Coiffeur-Teams Pfeil an der Ostpromenade an einen Weihnachtsbaum gehängt. Jeder Interessent kann sich nun das zu ihm Passende aussuchen, kauft das Geschenk und legt es später unter den Weihnachtsbaum. Die Adresse des Schenkenden wird notiert, damit sich die Kinder, wenn sie möchten, bei ihm bedanken können. Kurz vor Weihnachten werden die Geschenke dann verteilt.

„Eine Kundin hat sich gleich zehn Karten auf einen Schlag mitgenommen”, ist Uwe Pfeil begeistert. „Innerhalb von nur zwei Tagen waren schon 70 Karten weg.”

Doch keine Bange, es warten noch genügend Wunschzettel am Weihnachtsbaum.