Steine erinnern an jüdische Mitbürger

Steine erinnern an jüdische Mitbürger

Schwanenberg (an-o/hewi) - In der Sitzung des Bezirksausschusses Schwanenberg ging hauptsächlich um die viel diskutierte Errichtung der beiden Gedenktafeln im Andenken an die jüdischen Mitbürger, die dem nationalsozialistischen Terror zum Opfer gefallen waren.

In seiner Begrüßung hob Vorsitzender Willi Jansen hervor, dass die "Meinungsverschiedenheiten" mit dem Presbyterium über dieses Thema beigelegt seien. Man habe sich unter anderem darauf geeinigt, im kommenden Baugebiet westlich des Ortes eine Straße oder Gasse nach der aus Schwanenberg vertriebenen Familie Leyens zu benennen. Darüber hinaus habe Superintendent Klaus Eberl angeregt, eine Reihe von Informationsveranstaltungen über das jüdische Erbe in Schwanenberg anzubieten. Die erste wird bereits am 13. Februar im Gemeindezentrum am Markt stattfinden.

Außerdem habe man sich darauf geeinigt, zwei Gedenksteine zur Erinnerung an die jüdischen Mitbürger am Lindchesweg in Höhe des ehemaligen Standortes der Schwanenberger Synagoge, die 1938 abgerissen wurde, sowie in Höhe des Ehrenmals an der evangelischen Kirche zu errichten. Uneinig seien sich Bezirksausschuss und Presbyterium einzig darüber, ob die Namen der vertriebenen Familien genannt werden sollen.

Zehn Familiennamen

Wie Ausschussmitglied Siegfried Przibylla erläuterte, seien der Kirchengemeinde derzeit zehn Familiennamen bekannt. Man wolle sich jedoch nicht der Gefahr aussetzen, einige ehemalige Mitbürger zu vergessen und so neuen Zündstoff für Kritik zu liefern. Auch innerhalb des Ausschusses war man sich darüber jedoch nicht einig, was zu einer lebhaften Diskussion führte.

Über den genauen Wortlaut und die Form der Gedenktafeln werde sich eine Arbeitsgruppe aus je drei Vertretern des Bezirksausschusses und der Kirchengemeinde mit dem Kulturamt der Stadt Erkelenz einigen und zur Abstimmung vorlegen. Diese Vorgehensweise wurde von den Anwesenden einstimmig beschlossen.

In weiteren Tagesordnungspunkten ging es unter anderem um den Einsatz des Spielmobils der Stadt Erkelenz, das ab April jeden ersten Donnerstag im Monat auch in Schwanenberg Station machen wird, sowie um die vom Brand betroffene Sportanlage an der Grundschule. Hier sei eine Einigung mit der Versicherung in Aussicht, wie Jansen erläuterte. Es würden alle Anstrengungen getroffen, um einen normalen Spielbetrieb wieder schnellstmöglich zu gewährleisten. In diesem Rahmen dankte Jansen besonders der Schwanenberger Feuerwehr für ihren hervorragenden Einsatz bei der Brandbekämpfung.