Selfkant-Wehr: Stefan Cohnen will nach viel Pech Neustart

Selfkant-Wehr : Stefan Cohnen will nach viel Pech Neustart

Die Karriere des Selfkänter Profi-Radrennfahrers Stefan Cohnen (24) begann 2001 beim niederländischen Team Löwik-Tegeltoko. 2003 wechselte er zu der deutschen Mannschaft ComNet-Senges. Dort blieb er ebenfalls zwei Jahre, ehe er 2005 zu dem deutschen Continental-Team Lamonta ging.

Dort konnte er damals die vierte Etappe der Tour of Qinghai Lake für sich entscheiden und wurde sogar Siebter in der Gesamtwertung. 2006 stieg er dann für die italienische Professional-Continental-Mannschaft Naturino-Sapore di Mare in den Sattel. Im Frühjahr 2006 war Stefan Cohnen in einer bestechenden Form. Neben einem 18. Platz beim Schelde-Preis in Belgien konnte er bei der Bayern-Rundfahrt sogar zwei Tage das Trikot des besten Nachwuchsfahrers überstreifen.

Beim Rennen in Frankfurt rund um den Henninger Turm kam er mit der Spitzengruppe ins Ziel. Doch dann kam es zu einem folgenschweren Sturz bei der Regio-Tour, als er im Elsass gegen ein Verkehrsschild prallte und sich das Schlüsselbein brach. Die Saison war für ihn gelaufen - und der Wechsel in ein Pro-Tour-Team in weite Ferne gerückt.

In diesem Jahr wollte Cohnen an die Erfolge des letzten Frühjahres wieder anknüpfen, doch es kam anders. Seit dieser Saison ist die Hotelkette Aurum Hotels der Hauptsponsor des Teams, das nur noch eine Lizenz als Continental-Team besitzt.

Es seien zwar seitens der Teamleitung zahlreiche Versprechungen gemacht worden, so Cohnen, doch schon nach kurzer Zeit seien diese wie eine Seifenblase zerplatzt. Die Folge seien der Abstieg in diese Drittklassigkeit und unzählige ausstehende Gehälter der Fahrer gewesen. Die Moral der Fahrer sei auf den Nullpunkt gesunken. „Ich habe ein sehr schlechtes Jahr in Italien erlebt,” so der Niederländer aus Selfkant-Wehr.

Doch allem Unmut zum Trotz: Seine Freundin Schau-Ting leistet ihm immer den nötigen moralischen Beistand. „Ich hoffe, ich werde in Deutschland, den Niederlande oder in Belgien eine neue Pro-Continental-Mannschaft finden, die mir zu einem Neustart verhilft, denn ich glaube, das Team in Italien wird nicht mehr lange bestehen”, so Cohnen.

Zur aktuellen Situation im Radsport vor dem Start der Tour de France sagte Cohnen: „Doping gibt es nicht nur im Radsport, sondern auch bei anderen Sportarten, die aber noch vom Mantel des Schweigens geschützt werden.” Wie konsequent in Deutschland Dopingverdächtige kontrolliert würden, habe er bei der Bayern-Rundfahrt 2006 erleben dürfen, denn durch gute Leistungen habe er sich in den Fokus der Dopingfahnder gebracht.

Zwei Stunden nach Ende einer Etappe klopften diese an die Türe. Sie waren aber genauso schnell weg, wie sie gekommen waren, und hatten sie nichts zu beanstanden. „Außer Aspirin und Koffein kurz vor dem Finale nehme ich nichts”, so der Profi überzeugend. „Hoffentlich bleibt die Tour de France 2007 skandalfrei, denn es ist entscheidend für meine Zukunft, denn ohne Sponsoren kommen nur noch wenige Mannschaften zustande.” Für ihn sind die Tour-Favoriten: Andreas Klöden, der Amerikaner Levi Leipheimer oder der Spanier Alejandro Valverde.