Aachen: Starke Jugend: Fünf Schulen sind nun „Kulturschulen“

Aachen : Starke Jugend: Fünf Schulen sind nun „Kulturschulen“

Jetzt sind zunächst einmal die fünf Hausmeister gefordert. Sie haben die durchaus angenehme Aufgabe, an fünf Schulen der Städteregion Schilder und Kultur-Boards anzuschrauben, die auch nach außen hin dokumentieren, was am Dienstagabend im Krönungssaal des Aachener Rathauses offiziell vollzogen wurde.

Fünf Bildungseinrichtungen dürfen jetzt den Titel „Kulturschule“ tragen. Dafür verbürgt sich die Ministerin für Schule und Weiterbildung, Sylvia Löhrmann, höchstpersönlich.

Bilderbogen mit Ministerin Sylvia Löhrmann (oben 3. von rechts), Gabriele Roentgen (links, Bildungsbüro), Gisela Wibbing (2. von rechts), Vertreterinnen und Vertretern der ausgezeichneten Schulen, mit Akrobatik, Tanzeinlagen sowie Gesang der Schülerinnen und Schüler.
Bilderbogen mit Ministerin Sylvia Löhrmann (oben 3. von rechts), Gabriele Roentgen (links, Bildungsbüro), Gisela Wibbing (2. von rechts), Vertreterinnen und Vertretern der ausgezeichneten Schulen, mit Akrobatik, Tanzeinlagen sowie Gesang der Schülerinnen und Schüler. Foto: Andreas Steindl

Es handelt sich um die Grundschule Schönforst, die Gesamtschule Brand sowie die Luise-Hensel-Realschule, um das Gymnasium Herzogenrath und das Berufskolleg Alsdorf. Was viel wichtiger ist als jedes Schild: Diese Einrichtungen haben die Idee eines kulturellen Schwerpunktes, einer Verselbstständigung im schulischen Alltag mit nachhaltiger Wirkung mit Leben gefüllt. Damit haben sie zugleich das Ziel erreicht, das sie sich 2013 beim Start des Modells gesetzt haben: kulturelle Bildung und Teilhabe von Anfang an und für jedes Kind.

Bilderbogen mit Ministerin Sylvia Löhrmann (oben 3. von rechts), Gabriele Roentgen (links, Bildungsbüro), Gisela Wibbing (2. von rechts), Vertreterinnen und Vertretern der ausgezeichneten Schulen, mit Akrobatik, Tanzeinlagen sowie Gesang der Schülerinnen und Schüler.
Bilderbogen mit Ministerin Sylvia Löhrmann (oben 3. von rechts), Gabriele Roentgen (links, Bildungsbüro), Gisela Wibbing (2. von rechts), Vertreterinnen und Vertretern der ausgezeichneten Schulen, mit Akrobatik, Tanzeinlagen sowie Gesang der Schülerinnen und Schüler. Foto: Andreas Steindl

Was vor drei Jahren in gewisser Weise als Versuch gestartet wurde, hat sich im Verlauf zum Erfolgsmodell entwickelt. Die Modelle: Grundschule Schönforst: Der Donnerstag ist zur festen Einrichtung eines Kulturdonnerstags geworden. In der 5. und 6. Stunde führen Lehrer und Künstler die Kinder zu künstlerischem Experimentieren, Arbeiten und Lernen.

Hochkonzentriert und doch mit viel Freude dabei: Die Streicherklasse der Gemeinschaftsgrundschule Schönforst hatte die musikalische Eröffnung des Abends übernommen.
Hochkonzentriert und doch mit viel Freude dabei: Die Streicherklasse der Gemeinschaftsgrundschule Schönforst hatte die musikalische Eröffnung des Abends übernommen.

Gesamtschule Brand: An 30 Stunden pro Schuljahr dreht sich das sogenannte „KulturKarussell“, unterstützt vom Hilfswerk unserer Zeitung „Menschen helfen Menschen“, das auch die Jugendförderung als Satzungszweck hat. Die Schülerschaft lernt auf diesem Karussell verschiedene künstlerische Bereiche vom Status der Orientierung bis hin zu dem der Professionalisierung kennen.

Luise-Hensel-Realschule: Kulturelle Bildung soll als integratives Element der allgemeinen Bildung Schule zu einem ganzheitlichen Lernort machen. Ganz praktisch haben Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Künstlern Teile ihrer Schule gestaltet.

Gymnasium Herzogenrath: Im Rahmen der „KulturPur-Abende“ präsentierte die Schülerschaft einem öffentlichen Publikum Kostproben der vielfältigen Kulturarbeit, zugleich ihre Talente und Ausdrucksformen.

Berufskolleg Alsdorf: Gerade als technische Bildungseinrichtung will das Kolleg ein neues Bildungsangebot entwickeln, das einer Kulturschule entspricht. Auf der „Kulturschiene“ entwickeln die jungen Menschen kulturelle Angebote, die regelmäßig öffentlich präsentiert werden.

Eines ist den fünf neuen „Kulturschulen“ gemeinsam: Sie leisten Kulturarbeit nicht im Verborgenen, sie gehen nach draußen. Das ist elementarer Bestandteil des didaktischen Ansatzes — was in verschiedenen Redebeiträgen und Talkrunden im Rathaus betont wurde. „Es geht darum, Kinder an die kulturelle Welt heranzuführen und ihr kreatives Potenzial zu wecken“, erklärte Ministerin Löhrmann. Kulturelle Bildungsarbeit stärke das Selbstwertgefühl. Zwischen den Wortbeiträgen bewiesen dies Filme ebenso wie Aufführungen aus den Sparten Schauspiel, Tanz, Musik und Akrobatik.

Alfons Döhler hat als Schulentwicklungsbegleiter den Prozess aktiv unterstützt: „Es kam darauf an, kulturelle Bildung als integralen Bestandteil des Unterrichts zu sichern.“ Genau dieser Anspruch ist im Rahmen des „Aachener Modells für kulturelle Schulentwicklung“ Wirklichkeit geworden.

Fachlich getragen wurde das Projekt vom Bildungsbüro der Städteregion und der Stelle „Kulturelle Bildung in Schule und Jugendarbeit NRW“, deren Repräsentantinnen Gabriele Roentgen und Gisela Wibbing nicht nur Teile des Abends moderierten, sondern auch Vertreter zu ihren Erfahrungen fragten („Statements“).

Alle waren sich am Ende des Abends einig: Kultur macht die jungen Menschen stark, Applaus tut ihnen gut — und sie sind weniger anfällig für geistige Rattenfänger. Infos gibt es bei Ines Heuschkel (Telefon 0241/51984335, ines.heuschkel@staedteregion-aachen.de).