Aachen: Städteregion versammelt sich in perfekter Harmonie

Aachen : Städteregion versammelt sich in perfekter Harmonie

Einen musikalischen Bogen von klassischer Chormusik bis hin zu zeitgenössischen Popsongs spannten die neun teilnehmenden Chöre des Abends der Städteregion bei der vierten Chorbiennale. Zahlreiche Besucher ließen sich im Könungssaal des Aachener Rathauses von glockenhellen Frauen- und kräftigen Männerstimmen verzaubern.

Der Kirchenchor St. Johannes der Täufer aus Lammersdorf eröffnete den Abend mit Werken von Bob Chilcott, Vytautas Miskinis und einer eigenwilligen Bearbeitung des Werkes „Exsultate, jubilate“ von Karl Jenkins.

Diesen schwungvollen Einstieg griff der Frauenchor „Cantabile“ aus Baesweiler gekonnt auf und ließ das Publikum unter anderem zu einer Bearbeitung der Eurovisionshymne „Swing the Prelude“, im Takt mitwippen. Komponisten der britischen Inseln bildeten das Programm des Jungen Chores St. Castor Alsdorf, dessen Chorleiter Benedikt Voussen das Publikum zum ersten Mal an diesem Abend zum Mitklatschen animierte. Nach Estland führte das Programm des Aachener Ensembles „ACcanto“.

Der gemischte Chor sang vier „Hochzeitslieder von Kihnu“ in einer Bearbeitung vom Veljo Tormins. „Die Hochzeitszeremonie der Insel Kihnu zählt zu den schönsten weltweit und ist immaterielles Weltkulturerbe der Unesco“, erzählt Ingelore Haepp, die seit 2003 bei „ACcanto“ dabei ist. Der Chor bestreitet auch regelmäßig die Chorbiennale mit, sang bislang immer bei der Langen Nacht der Chöre. „Es ist ein großes Ereignis, gerade auch in diesem großen, historischen Saal singen zu dürfen. Es ist schön, gemeinsam mit anderen Chören und dem Publikum Musik zu erleben“, schildert sie ihre Eindrücke des Abends.

Per Internet konnten sich Chöre aus der Städteregion im Vorfeld um die Teilnahme bewerben. „Das Programm sollte einen guten Querschnitt einmal der Art der Chöre, der regionalen Zusammensetzung und des Programms widerspiegeln. Ich glaube, das ist uns gut gelungen“, bilanzierte Ansgar Menze, Geschäftsführer der künstlerischen Produktionsleitung der Chorbiennale.

Auch im zweiten Teil des Chorabends erlebten die Zuhörer Chormusik auf höchstem Niveau: Der Männerchor Fortissimo Euregio wählte, entsprechend dem Schwerpunkt „Frankreich“ der diesjährigen Chorbiennale, Chormusik von Charles Gounod und Jean Philippe Rameau. Die 50 Chormitglieder reisen zum Teil aus Valkenburg, Raeren, Eschweiler und Düren an. Der Vielharmonische Chor aus Roetgen bezauberte mit Chorbearbeitungen von Marcel Duruflé und Gabriel Rheinberger. Einen fulminanten Schlusspunkt setzte der vierstimmige A-capella-Chor „Lovely Mr. Singing Club“. Jedes der Stücke wurde mit frenetischem Applaus gefeiert, für das Schlussstück „Good Vibrations“ der Beach Boys gab es am Ende gar Standing Ovations.

Für so viel Applaus gab es auch ein großes Lob von Walter Krot: „Sie waren den ganzen Abend über ein hervorragendes Publikum“. Zur Zugabe „Tiger“ von Peter Kraus durften die Besucher den Chor tatkräftig unterstützen. Das gemeinsame Singen des Kanons „Frère Jaques“ mit allen Chören des Abends bildete den wunderschönen Schlusspunkt dieser Veranstaltung. „Mille Voix“ — tausend Stimmen ist das Motto der Chorbiennale, und fast bekam man einen Eindruck, wie es ist, wenn tausend Stimmen zusammen wirken. Weil es so schön war und einige gar nicht aufhören mochten, wurde der Kanon ein zweites Mal angestimmt, bevor die Aachener nach gut zwei Stunden wieder in den Abend entlassen waren.