Selfkant-Tüddern: Spuren der Kelten und Franken entdeckt

Selfkant-Tüddern : Spuren der Kelten und Franken entdeckt

„Scherbensuche aus der Römerzeit” - zwar lief die Scherbensuche unter diesem Motto, aber schnell stellte sich heraus, dass die rund 40 Kinder und Erwachsenen nicht nur aus dieser Zeit Scherben finden sollten.

Die Heimatvereinigung Selfkant organisierte die Aktion, um an die Geschichte der Ortschaft Tüddern zu erinnern, die schon auf den ersten Weltkarten verzeichnet war. Damals noch unter dem Namen Theodorum.

„Tüddern war einst ein wichtiger Handelsposten”, erklärte Jakob Cals, Geschäftsführer der Heimatvereinigung, und gab somit für die Anwesenden Hobbyarchäologen einen kleinen Einstieg in die Thematik. „Hier befand sich ein Knotenpunkt wichtiger Römerstraßen, nämlich von Aachen an die Maas und von Xanten nach Maastricht.” Damals hätte es alle 15 Kilometer einen solchen Posten gegeben, um Rast zu machen, oder das Pferd zu wechseln. Theodorum sei der einzige Posten im Kreis Heinsberg gewesen.

Von den Siedlungen ist heutzutage freilich nichts mehr zu sehen, aber trotzdem wurden vor allem die Kinder auf dem Feld, wo früher die Siedlung stand, sehr schnell fündig: Zwar war angekündigt, sie würden wahrscheinlich nur Dachziegelstücke finden, dies stellte sich aber schnell als Irrtum heraus. Schon nach zehn Minuten gab es die ersten „Bombenfunde” - kostbarer und seltener Terra Sigillata, eine nur in Gallien produzierte Tonart, die sich nur die Reichen leisten konnten. Auch sehr gut erhaltene Stücke von Krügen wurden entdeckt, doch das war noch nicht alles. Selbst Stücke aus der Kelten- und Frankenzeit waren keine Seltenheit, und so war es eher eine Scherbensuche durch alle Epochen, als eine durch die Römerzeit.