Städteregion/Eupen: Sprache ist die Brücke zu den Nachbarn

Städteregion/Eupen : Sprache ist die Brücke zu den Nachbarn

Die Sprache ist der Schlüssel zu gelebter Nachbarschaft, zu Kontakten über Grenzen hinweg und mehr Mobilität im Berufsleben. Dermaßen „euregiokompetent“ sind in diesem Jahr sechs weitere Schulen, die mit dem „Euregioprofil“ ausgezeichnet wurden.

Mit diesem Prüfsiegel für euregionales Verständnis werden Schulen ausgezeichnet, die sich besonders für das Miteinander in der Euregio Maas-Rhein einsetzen. Dazu gehören Begegnungen mit den Nachbarsprachen, persönliche Besuche jenseits der Grenze und die Vermittlung landeskundlichen Wissens.

Werner Pfeil, stellvertretender Vorsitzender der Zweckverbandversammlung der Region Aachen, stellte in seiner Ansprache heraus, wie wichtig das Erlernen der Sprachen der Nachbarländer ist: „Sprachen sind der Schlüssel zu gegenseitigem Respekt. Die Euregio lebt von der engen Nachbarschaft ihrer unterschiedlichen Sprachen und Kulturen. Ob bei der Jobsuche oder umgekehrt bei der Suche nach qualifiziertem Personal.

Die Förderung der wechselseitigen Sprach- und Kulturkompetenz war Ziel des Projekts mit Schülern aller Schulformen der Grenzregion. Und weil Lernen einer Sprache in hohem Maße mit Motivation und Lust verbunden ist, sollen Kinder den Sprachen und Kulturen ihrer Nachbarländer spielerisch und musisch begegnen“, betonte Pfeil. Denn eine Sprache zu lernen sei das eine, den Nachbarn auch kulturell zu verstehen das andere. „Weil man kulturelle Unterschiede nicht übersetzen und wie Vokabeln trainieren kann, muss man den echten Kontakt mit den Nachbarn fördern“, betonte Pfeil.

Diese Verankerung der kulturellen Besonderheiten der Nachbarländer praktizieren inzwischen viele Schulen in der Euregio Maas-Rhein. „Die Schüler werden hier euregiokompetent und das ist ein großes Geschenk“, stellte Pfeil heraus. 13 deutsche Schulen sind am Ende des Projekts Linguacluster 2013 mit dem Siegel „Euregioprofilschule“ ausgezeichnet worden. Seitdem wurde das Programm auf alle Partnerregionen der Euregio Maas-Rhein ausgeweitet. Erstmals wurden in diesem Jahr auch belgische Schulen ausgezeichnet.

Ausgezeichnet wurden die Katholische Grundschule Michaelsbergstraße in Aachen, die Gemeinschaftsgrundschule Herzogenrath-Pannesheide, die Gemeinschaftsgrundschule Inden, sowie das César Franck Athenäum in Kelmis, Deutschsprachige Gemeinschaft, die École Maria Hilf in Gemmenich, Fédération Wallonie-Bruxelles, und das Athénée Royal de Welkenraedt, Fédération Wallonie-Bruxelles.

Harald Mollers, Minister für Bildung und wissenschaftliche Forschung der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, eröffnete die Verleihung und wies auf die Bedeutung hin: Den Nachbarländern mit Wertschätzung zu begegnen öffne erste Türen, um später dort wohnen zu können oder sogar beruflich über die Grenze zu gehen. „Hier spielt sich Europa im Kleinen ab“, fasste Paul Palmen, leitender Regierungsschuldirektor der Bezirksregierung Köln, zusammen. Eine grenzüberschreitende Identität sei das Ziel aller Bemühungen, wie Hubert Gronen von der Bezirksregierung Köln erklärte. Die Verleihung der Prüfsiegel wurde musikalisch begleitet von der Peter-Damian-Schule Eupen.

Die Schüler der Katholischen Grundschule Michaelsberg in Aachen brachten humorvolle niederländische Zungenbrecher dar, die Kinder der Gemeinschaftsgrundschule Herzogenrath-Pannesheide begeisterten mit einem niederländischen Lied über die grenzüberschreitende Freundschaft.

(krüs)