Spezialklinik: Ein neues Modell für Europa

Spezialklinik: Ein neues Modell für Europa

Kreis Heinsberg. Neue Wege bei der Behandlung von Alzheimer-Patienten will die Gesellschaft Pro 8 bestreiten.

„Wir wollen die bereits gute Behandlung der Erkrankten noch verbessern”, erläuterte Mitgesellschafter Johannes Heinrichs aus Gangelt. Dort betreibt er ein Pflegeheim.

Mit den beiden weiteren Gesellschaftern Hans Rütten aus Lövenich und Karl Libeaux aus Aachen will Heinrichs in Kückhoven eine neuartige Klinik für Alzheimer-Patienten errichten.

Beim ersten Spatenstich am Montag auf dem 12 500 Quadratmeter großen Grundstück am Ortsrand von Kückhoven in Richtung Katzem erläuterte Rütten die Konzeption, die sich auch in dem Gesellschaftsnamen wiederfindet:

Durch die Anordnung der Klinik in Form einer Acht ist ein Verlaufen unmöglich. Auch bei den Wegen auf dem weitläufigen Gelände findet sich immer wieder die Acht.

„Wir schaffen einen neuen Lebensraum für die erkrankten Menschen in einer Dimension, die es bisher weltweit noch nicht gibt.” Ab Mai 2003 sollen 46 Patienten von 45 Voll- und Teilzeitmitarbeitern betreut werden.

Eventuell soll später, falls sich das Konzept bewährt, ein zweiter Abschnitt mit weiteren 46 Betreuungsplätzen errichtet werden.

Die Investitionskosten belaufen sich auf rund fünf Millionen Euro. Die Gesellschaft ist sich sicher, dass ihr Projekt Erfolg haben wird.

„In allen Gesprächen der letzten zwei Jahre haben wir von Behörden, Einrichtungen und Kassen nur positive Resonanzen erhalten”, sagte Rütten.

Wie seine Kollegen glaubt er, dass die Klinik in Kückhoven durchaus ein Modell für Kliniken in Deutschland und sogar in Europa sein kann.

Der Bedarf an Betreuungsplätzen für Alzheimer-Erkrankte sei enorm, versicherte Heinrichs. Es sei deshalb durchaus denkbar, dass bald weitere Kliniken dieser Art gebaut würden.

Rüttens Dank an die Stadt Erkelenz wegen der reibungslosen Zusammenarbeit gab Bürgermeister Erwin Mathissen sofort zurück. Er hatte die Baugenehmigung zur Baustelle mitgebracht. Die Klinik könne ein Gewinn für Erkelenz und besonders für Kückhoven werden.

Erwähnenswert fand er die Geste der Gesellschaft Pro 8, die ein benachbartes Grundstück für einen symbolischen Erbpachtpreis an die Lebenshilfe Oberbruch abgetreten habe.

Dort sei eine Heimstätte für 30 behinderte Menschen geplant, die in den Werkstätten für Behinderte arbeiten und die eine „eigene Wohnung” haben möchten.