Kreis Düren: SPD-Politiker Dietmar Nietan musste bis zum Morgen zittern

Kreis Düren : SPD-Politiker Dietmar Nietan musste bis zum Morgen zittern

Dietmar Nietans Nacht war „hoffnungsvoll, aber unruhig“. Erst als das vorläufige amtliche Endergebnis am Montagmorgen gegen 6.30 Uhr feststand, war auch für SPD-Mann Dietmar Nietan (53), seit 1998 Parlamentarier und seit drei Jahren Bundesschatzmeister seiner Partei, wirklich klar, dass er über die Liste wieder in den Deutschen Bundestag eingezogen ist.

„Wenn man so wie ich mit Leib und Seele Politik macht“, sagte Nietan am Montag, „ist die Anspannung schon sehr groß, weil man sich natürlich wünscht, seine Arbeit im Bundestag fortsetzen zu können. Ich habe mich am Montagmorgen sehr gefreut.“ Über das Wahlergebnis sei er aber „enttäuscht und traurig“. „Zum einen, weil die SPD das schlechteste Ergebnis in ihrer Geschichte erzielt hat.

Zum anderen aber auch, weil mit der AfD eine rechtsradikale Partei fast 13 Prozent der Stimmen geholt hat. Das ist erschreckend.“ Einziger Lichtblick sei, dass er persönlich sein Ziel erreicht habe. „Mein Erststimmenergebnis ist besser als das Zweitstimmenergebnis der SPD im Kreis Düren. Das war mir wichtig.“

Nietan findet es absolut richtig, dass SPD-Chef Martin Schulz der Großen Koalition noch am Wahlabend eine deutliche Absage erteilt hat. „Die Große Koalition hat 14 Prozentpunkte der Stimmen verloren. Das ist dramatisch. Die erneute Bildung eines solchen Bündnisses wäre für mich eine Missachtung des Wählerwillens.“ Darüber hinaus wolle man der AfD auch nicht die Rolle des Oppositionsführers überlassen.

Für Oliver Krischer ist das Wahlergebnis kein Grund zu „Jubelsprüngen, aber eine gute Basis für solide parlamentarische Arbeit“. Es sei immer noch schwierig, grüne Themen im Kreis Düren zu vermitteln. „Natürlich sind mit den Tagebauen wichtige grüne Themen in meinem Wahlkreis sehr präsent. Aber eine Kritik an der Braunkohle werten viele Menschen immer noch als Angriff.“ Krischer kann die Entscheidung der SPD gegen eine Große Koalition zwar verstehen, hält sie aber für unverantwortlich. „Sich schon am Wahlabend allem zu verweigern, ist etwas, dass man in einer Demokratie nicht machen kann.“ Die Grünen und er selbst würden ernsthafte Gespräche führen. „Wir werden uns dieser Verantwortung stellen“, sagt Krischer. „Auch wenn ich mir im Augenblick nur schwer vorstellen kann, mit Alexander Dobrindt über Verkehrspolitik zu diskutieren.“

(kin)
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